Freitag, 20. September 2019

Akzeptieren ist ganz einfach...

Ich sehe mich als wahrlich großherzigen, alles akzeptierenden Menschen. Es gibt kaum etwas, das ich nicht imstande bin, anzunehmen so wie es ist, kaum jemanden, den ich nicht fähig bin, zu akzeptieren. Offen und lebensbejahend gehe ich durch die Welt, wissend, dass kein Mensch weniger wert ist als ein anderer.

Ich habe allen Menschen gegenüber die gleiche wohlwollende, wertfreie Grundeinstellung. Egal, welcher Nationalität einer ist, welcher Minderheit er angehört, ob er Flüchtling ist oder Obdachloser, ob er reich, arm, gesund, krank, ob er klug oder einfältig ist, ob er Alkoholiker ist oder drogensüchtig, ich akzeptiere ihn. 

Es sei denn, er hat eine grundlegend andere politische Meinung als ich. Oder er will und will einfach nicht die Bücher lesen, die ich für gut halte und ihm empfehle. Oder er hat eine Meinung über Gott und die Welt, die einfach nicht zu akzeptieren ist, so gern man auch möchte. Oder er ist so kreuzdumm, dass es einem die Zehennägel aufrollt. Oder er hält beim Autofahren das Lenkrad mit nur einer Hand. Oder er kann keine andere Meinung akzeptieren, bzw. kann einfach nie zugeben, dass er unrecht hat. Oder er will mich für dumm verkaufen. Oder er ist ein inkompetenter und korrupter Politiker. Oder er glaubt, er kann einfach so sein, wie es ihm passt (kann er ja auch, aber bitte nicht in meiner Gegenwart!). Oder er kreuzt auf irgendeine andere unangemessene Weise meinen Weg. Oder er ist sowieso ein Trottel.

Aber wie viele sind das schon? Hundert? Hundertfünfzig? Alle anderen - und das sind immerhin nahezu 8 Milliarden - akzeptiere ich einfach so, wie sie sind. 😏 







Freitag, 13. September 2019

Vom richtigen Kommunizieren

Richtig verheiratet ist ein Mann erst dann, 
wenn er jedes Wort versteht, 
das seine Frau nicht gesagt hat.

Alfred Hitchcock

So was kann auch nur ein Mann sagen, der keine Ahnung hat von Frauen und deren Klarheit in der Kommunikation, nicht wahr? 


😏

In Kommunikation bin ich wirklich gut. So komplex dieses Thema auch sein mag - ich weiß Bescheid. Ich bin geradezu ein Meister der Kommunikation. Nicht umsonst habe ich  gefühlte 100 Bücher darüber gelesen und mich bei YouTube umfassend informiert. Nicht umsonst halte ich im Familienkreis treffende Vorträge über die Vorzüge gekonnter Konversation. Ich kenne die unterschiedlichsten Kommunikationsmodelle und Konzepte. Man mag es mir glauben, ich brauche mich nur kurz zu schütteln, und schon prasseln die vorzüglichsten Theorien und Weisheiten nur so aus aus mir heraus. Man kann es sehen wie man will - ich hab es einfach drauf.

Es könnte also alles bestens laufen. Nur manchmal ist es halt nicht so einfach, wie es aussieht. Denn da sind ja auch noch die anderen. Die anderen, die einfach nicht begreifen wollen, worum es da geht. Die anderen, die in jeden Satz - ja in jedes Wort, das einer sagt - irgendetwas vollkommen Unsinniges hineininterpretieren. Da können ja nur Missverständnisse entstehen.

Dann gibt es noch diejenigen, die alles - wirklich alles, das man sagt - persönlich nehmen. 
Nun, ich bin auch nicht grad der Typ, der sämtlichen verbalen Entgleisungen seiner Mitmenschen mit einem souveränen Lächeln im Gesicht begegnet und alles an sich abperlen lässt. Aber  alles so dermaßen persönlich nehmen - NEIN! Das geht gar nicht!

Naja, und 'last not least' gibt es noch diejenigen, die irgendetwas sagen und etwas ganz anderes meinen. Man sollte nicht glauben, wie viele es davon gibt.

Nur ein Beispiel:

Ich stehe in der Küche und koche. Und mein guter, altvertrauter Ehemann kommt herein und fragt "Was kochst du denn da?" BITTE??? Er hat sich nicht mal noch seine Jacke ausgezogen und fängt schon an, über das Essen zu meckern? Entsprechend kalt fällt meine Antwort aus. "Dann kochst du nächstes Mal eben selbst, wenn dir sowieso nie was passt und du nur meckerst!" Seinen erstaunten Einwand, er habe ja gar nicht gemeckert, nehme ich gar nicht zur Kenntnis. Ich kenne mich schließlich aus mit Kommunikation. Ich weiß genau, was er tatsächlich meint, wenn er so harmlos tut. Und dann fragt er mich doch tatsächlich noch, ob ich denn sauer sei. Was jetzt?? ER meckert herum, und MICH fragt er, ob ich sauer sei? Ich und sauer! Wann wäre ich denn jemals sauer?? Wenn ihm überhaupt nichts passt an mir, dann sollte er einmal zur Eheberatung gehen. Oder ausziehen. Oder sich eine Frau suchen, die seinen Beurteilungskriterien besser entspricht. Traurig, sowas. Wirklich traurig.

Oder eine andere Situation: 

Ich esse einen Kuchen. Er kommt zur Tür herein und stellt fest: "Oh, du isst einen Kuchen!" Ja bitte, was passt denn jetzt schon wieder nicht? Klar, ich verstehe schon! Er spielt er auf meine Figur an. Ich weiß eh selber, dass ich dringend ein paar Kilo abnehmen sollte. Nun, das finde ich jetzt aber dennoch richtig beleidigend, dass er mir so unverblümt ins Gesicht sagt, dass ihm meine Figur nicht passt, nur weil ich - was eh nur sehr selten vorkommt - einen Kuchen esse. Von seinem langjährigen Lebenspartner einfach als zu dick bezeichnet zu werden - nur weil man ausnahmsweise einmal einen Kuchen isst, ist ja nun wirklich gar nicht witzig. Mehr als verletzend ist das. Und genau das sage ich ihm auch. Sehr vehement sogar. Er tut jedoch so, als wüsste er gar nicht, wovon ich rede und behauptet, das ja gar nicht gesagt zu haben. Ja klar, das weiß ich selber auch. Aber er hätte es sagen KÖNNEN. Versteht ihr? Er hätte es sagen KÖNNEN! Er war schon ganz knapp dran. Und gedacht hat er es  sowieso. Dazu brauche ich ihn nur von hinten zu sehen, um das zu wissen.

Ja, es ist nicht einfach mit der Kommunikation. Wie gesagt, ich verstehe ja wirklich viel davon, aber was hilft's, wenn nur ich es kann? Es den anderen beizubringen, das wäre die Lösung! Aber wie soll das gehen, wenn kein noch so gut gemeinter Vortrag irgendeine Wirkung zeigt? Wenn es ein Buch gäbe mit dem Titel: "Wie bringe ich meinen Mitmenschen die einfachsten Regeln der Kommunikation bei" - Leute, ich würde es unverzüglich kaufen. 😏




Sollten Ihnen meine Aussagen zu klar gewesen sein,
dann müssen Sie mich missverstanden haben.

Alan Greenspan

Mittwoch, 11. September 2019

Erwartungen

Ich erwarte ja wirklich nicht viel von meinen Freunden, aber hin und wieder anrufen könnten sie schon. Mich einfach dermaßen links liegen zu lassen, mich zu ignorieren, finde ich einfach nicht in Ordnung. Zumal ich mich meinerseits mindestens vier Wochen nicht mehr bei ihnen gemeldet habe. Da müssten sie doch einmal nachfragen, ob ich überhaupt noch am Leben bin! Interessiert sich denn keiner dafür, wie es mir geht? Tot könnte ich sein, und keiner würde es bemerken. Ich erwarte ja wie gesagt nicht viel von meinen Freunden. Aber einfach dazusitzen und darauf zu warten, dass ICH anrufe, das geht gar nicht. Ich bin doch nicht dazu da, deren Erwartungen zu erfüllen, oder?

Ich erwarte von meinem Partner ja wahrlich nicht, dass er mich glücklich macht. So naiv bin ich nicht, zu glauben, dass einer den anderen glücklich machen könnte. Für sein Glück muss schon jeder selbst sorgen, das weiß doch jedes Kind. Es liegt ja auch gar nicht in der Verantwortung meines Partners, mich glücklich zu machen.
Aber zumindest sollte ich doch erwarten können, dass er mich nicht unglücklich macht. Wenn er ständig Dinge sagt oder tut, die mich unglücklich machen, dann muss er sich eben ändern. Das wäre ja nichts weiter als ein kleiner "Liebesbeweis", das kann so schwer ja nicht sein! ICH würde mich jederzeit ändern, wenn die Erfordernis dazu bestünde. Und wenn ich es kann, dann wird er es ja wohl auch können. 

Manchmal verzweifle ich förmlich, weil ich eine wirklich gute, wohldurchdachte Meinung zu einem Thema habe, und keiner stimmt mir zu. Wofür hat man denn Freunde? Wofür hat man denn eine Familie, wenn sie einem im Ernstfall nicht ehrlichen Herzens zustimmen? Ich erwarte eine ehrliche Meinung, und wenn ich so offensichtlich recht habe, dann kann das ja wohl nichts anderes sein als Zustimmung. Ich finde es einfach herzerwärmend, wenn alle (m)einer Meinung sind. Wenn ich streiten wollte, wäre ich Politiker geworden.

Wenn ich sage, dass ich kein Geschenk zu meinem Geburtstag möchte, dann ist doch das mindeste, was ich erwarte, dass keiner mich ernst nimmt. Himmel, sie kennen mich doch alle gut genug, um die versteckte Wahrheit hinter meinen Worten zu erfassen. Ich möchte nicht erleben müssen, dass sie an meinem Geburtstag tatsächlich ohne Geschenk dastehen. Das könnte unserer Freundschaft einen empfindlichen Knacks verpassen.

Ich spüre es sofort, wenn jemand ungerechtfertigte Erwartungen an mich hat. Damit kann ich überhaupt nicht umgehen. Da kann es schon passieren, dass ich mich total zurückziehe. Ich habe selbst keine Erwartungen an andere, also darf ich doch wohl erwarten, dass sie auch keine an mich haben.

So viel zum Thema "Erwartungen". Und nur für den Fall, dass einer mich zu wörtlich nimmt: ganz so schlimm ist es um mich zwar nicht bestellt, aber es ist schon noch "Luft nach oben"! 😏


💚💚💚

Dazu noch ein sehr treffender Spruch von Oscar Wilde...

"Selbstsucht bedeutet nicht, zu leben wie man es wünscht, sondern von anderen verlangen, dass sie leben, wie man es erwartet."





Urteilen? Ich doch nicht...

Mit offenen Augen und offenem Herzen durchs Leben gehen – wer möchte das nicht?
Alles und jedes einfach annehmen, wie es ist, ohne darüber zu urteilen.

Alle Wesen, Dinge, Situationen mögen – ganz gleich, ob sie es in unseren Augen „verdient“ haben.
Seinen Mitmenschen freundlich und liebevoll begegnen – selbst wenn sie ganz furchtbare, urteilende Personen sind.
😏

Ich habe mich heute ein wenig im Internet umgesehen, um herauszufinden, was andere über das Urteilen denken. Und da stieß ich auf einige erstaunliche „Wahrheiten“

  • Menschen, die urteilen, verabscheuen ihr Leben
  • sie versuchen mit aller Gewalt, das Leben anderer mit ihrer Kritik zu vergiften
  • sie sind unzufrieden und neidisch
  • sie sind extrem frustriert und aggressiv
  • führen ein Leben voller psychischer Konflikte
  • sie haben keine Hobbys, wenig Selbstreflexion und viel Groll
  • sie sind leicht reizbar, äußerst empfindlich – und ständig mit Urteilen beschäftigt
  • die Profi-Urteiler unter ihnen verkünden ihre Urteile übrigens nie in Gruppen, aus Angst, entlarvt zu werden

Ganz schön viel Urteil, das auf das arme urteilende Volk da herniederprasselt. 

Aber jetzt kommt die gute Nachricht:
Es sind immer die anderen, die urteilen!
Die bösen Nachbarn, die frechen Jugendlichen, die neidischen Kollegen, die frustrierten Ex-Partner, die uneinsichtigen Eltern, die verlogenen Freunde, die korrupten Politiker… eben die anderen!
 

Um Missverständnisse zu vermeiden: das waren gerade keine Urteile, das waren WAHRHEITEN. Ich weiß, wovon ich spreche, schließlich habe ich mir im Laufe meines Lebens schon genügend Wahrheiten ausgedacht Aber mir persönlich würde es im Traum nicht einfallen, mir über jemanden ein Urteil anzumaßen.
NIEMALS!
😏😁

Und weil ich ja niemand bin, der ständig seine Meinungen in die Welt posaunt, dachte ich mir:
Ich teile sie einfach in einem Blogbeitrag.

Natürlich habe ich keine besonders hohe Meinung von Leuten, die glauben, unentwegt ihre Meinung sagen zu müssen.
Aber ich möchte ja keineswegs so gnadenlos über meine urteilenden Mitmenschen urteilen, wie manch anderer es tut.
 

Himmel, Leute, denkt doch mal nach! ...
Das sind doch auch Menschen!
Menschen wie du und ich!
Ein bisschen einfacher gestrickt vielleicht als unsereins,
ein bisschen weniger weit in ihrer geistigen und spirituellen Entwicklung,
vielleicht ein bisschen - nun, nennen wir das Kind beim Namen - geistlos und hirnrissig ...
aber doch auch Menschen!!!  

(hmm... ist das nun ein Urteil oder eine Wahrheit???)

Denn ich bin ja schließlich kein urteilender Mensch, der da über die Urteiler urteilt, die da über die Urteiler urteilen, die da hemmungslos über andere urteilen…
Nein, nein – das wäre ja wirklich zu viel des Urteilens.
😏

Und ich kenne noch viele Wahrheiten, die überhaupt nichts mit Urteilen zu tun haben. Und manche davon habe ich mir nicht einmal selbst ausgedacht, sondern ich habe sie sozusagen "aus zweiter Hand" – was sie per Definition zu anerkannten Wahrheiten macht.😁 

Es sind doch schließlich Wahrheiten, wenn man über jemanden sagt, dass er zu dick, zu dünn, zu dumm, zu naiv, einfach unmöglich, arrogant, überheblich, engstirnig, unreif, egoistisch, unbeständig, unehrlich ist, dass er zu viel trinkt, isst oder raucht, zu viel oder zu wenig redet,  zu laut, zu leise oder einfach nur unsympathisch ist.

Es ist doch schließlich wahr, dass Politiker korrupt sind, Kinder respektlos, der Bettler vor dem Supermarkt das Geld, das wir ihm nicht geben, sowieso nur versaufen würde (wenn wir es ihm denn gäben), und dass die Menschheit im Allgemeinen immer gefühlloser wird.
Das sind doch Wahrheiten. Keine Urteile. Oder?

Manchmal denke ich meine Wahrheiten auch nur schweigend (ist jedoch eher die Ausnahme!😏).

Wenn ich nun grade mein E-Bike von der Fahrradfähre schiebe, und ein alter Mann sagt hinter mir: "E-Bike-Fahrer sind ja gar keine richtigen Radfahrer!", dann sage ich zwar nichts, aber ich weiß sofort die Wahrheit über den Geisteszustand dieses armen alten Knackers.

Oder wenn eine wildfremde Frau auf einem Seminar meiner Tochter sagt, sie müsse an ihrer „Ausstrahlung“ arbeiten – dann erkenne ich augenblicklich den Charakter, die Kommunikationsfähigkeit, den Grad der Erleuchtung und vermutlich auch den Seelenplan dieser Frau.
Und mit etwas Glück finde ich auch eine Gelegenheit, ihr ein paar von meinen "Wahrheiten" mitzuteilen. Und glaube sogar noch, im Recht zu sein (weil sie es ja schließlich - wie ich das sehr gut beurteilen kann - nicht anders verdient hat 😏).



Tja, so ist das mit den Wahrheiten und den Urteilen. So mancher, der sich rühmt, seinen Mitmenschen immer die ungeschönte Wahrheit ins Gesicht zu sagen, würde sich nur ungern eingestehen, dass seine Wahrheiten nichts weiter sind als seine eigenen Bewertungen, seine Meinungen, seine Urteile.
Ich denke, man muss sich selbst schon sehr genau beobachten, um die vielen Urteile und Bewertungen überhaupt zu bemerken, die wir so den lieben langen Tag ungefiltert in alle Richtungen verteilen.

Wir sind deswegen nicht zwangsläufig frustrierte, hobbylose, aggressionsgeladene, neidzerfressene, das Leben anderer vergiftende, verbesserungsresistente, urteilende Wesen…

Aber ein klein wenig unachtsam im Umgang mit unseren Gedanken und Worten sind wir schon manchmal.

Man könnte ja den Versuch wagen, die Welt einen einzigen Tag lang nicht durch den Filter seiner Urteile zu betrachten. Einen Tag lang offen zu sein für alles was ist, offen für alle Möglichkeiten, offen für die Erkenntnis, dass unsere Bewertungen und Urteile uns nicht zu einem besseren Menschen machen. Und vielleicht könnte das ja sogar zur Gewohnheit werden. Und vielleicht verändert sich dadurch alles. 😊

Ein Zitat aus dem Talmud möge uns daran erinnern:

Wir sehen die Dinge nicht so wie sie sind, sondern so, wie wir sind! 

Und das, ihr Lieben, ist keine Meinung.
Das ist eine Wahrheit.
😏




Montag, 9. September 2019

Wieder mal ein paar Gedanken zur Dankbarkeit

In meinem letzten Post über Dankbarkeit habe ich geschrieben, dass Dankbarkeit nichts ist, was einer vom anderen erwarten könnte oder sollte. Geben in seiner reinsten Form sollte immer frei von jeglicher Erwartung sein, sonst ist es kein Geben sondern ein Tauschgeschäft, nach dem Motto "Ich hab ein Geschenk für dich, du hast sicher auch eins für mich!" Ich gebe dir etwas, und du gibst mir dafür das Gefühl, dass mein Geschenk einen Nutzen für dich hat. Du gibst mir ein Lächeln, ein "Danke", deine Freude... oder was auch immer.


Jedoch wie weit schaffen wir es, 
uns von diesen Erwartungen zu befreien? 


Wir wünschen uns doch immer eine positive Reaktion auf unsere Zuwendungen. Haben wir doch selbst in unserer Kindheit geradezu eingedrillt bekommen, uns zu bedanken, dem Geber eines Geschenkes unsere Freude zu zeigen.
Ich habe es bereits erlebt, dass ein Beschenkter ein Geschenk einfach zur Seite gestellt hat, ohne es zu öffnen. Das löst Enttäuschung, Ärger, Verletztheit aus. Wir haben zwar die löbliche Absicht, zu geben, ohne etwas dafür zu erwarten, aber dafür müsste der Beschenkte dann schon von allein imstande sein, sich zumindest den Anschein von Dankbarkeit zu geben, oder? 😏 Irgendeine bescheidene Reaktion auf unsere Güte und Großherzigkeit werden wir doch wohl erwarten dürfen!
Wo jedoch ist da die Bedingungslosigkeit des Gebens bzw. Schenkens geblieben? Wo die Erwartungsfreiheit?


Bedingungslos geben heißt nichts erwarten 


Bloß ein einfaches "Danke" zu erwarten zeigt uns bereits, dass wir irgendwo einen Mangel in uns selbst spüren. Einen Mangel an Zuwendung, Anerkennung, Liebe, Wertschätzung. Das wirft zwangsläufig die Frage auf: Welche Motivation steht hinter dem Schenken? Geben wir, weil wir etwas brauchen?

Neale Donald Walsh schreibt in einem seiner Bücher (leider weiß ich nicht mehr, in welchem): 

 "Erwartung ist jedoch eine der größten Ursachen für das Unglücklichsein der Menschheit"

Das ergibt Sinn, wenn wir uns ehrlich eingestehen, dass unsere Gefühle und Stimmungen viel zu oft davon abhängig sind, ob unsere Mitmenschen sich so verhalten, wir wir es erwarten. Ob sie unsere Sucht nach Anerkennung, nach Applaus befriedigen. Ob sie unser Tun, Sein und Geben auch entsprechend würdigen. 

Marie von Ebner-Eschenbach fasst es kurz und bündig in einen Satz:


"Wir sind für nichts so dankbar wie für Dankbarkeit"

Dennoch: Die Dankbarkeit zu brauchen, unser Emotionen davon abhängig zu machen, danach süchtig zu sein... das macht uns zu Bettlern.

Danke übrigens, dass du diesen Beitrag bis zum Ende gelesen hast. 😁😁😁




Dienstag, 18. Oktober 2016

Kreativ entspannen...

"Zeichnen ist eine Form des Nachdenkens auf dem Papier" Damit trifft der 1999 verstorbene rumänisch-amerikanische Zeichner und Karikaturist Saul Steinberg den Nagel auf den Kopf. Und Ausmalen ist eine Form der Entspannung auf dem Papier. Entspannung mit den Farbstiften in der Hand. Der Trend zum Malbuch für Erwachsene kommt aus Großbritannien, wo entsprechende Bücher schon seit langer Zeit sehr beliebt sind.
Nun endlich hat dieser Trend auch zu uns gefunden. Malbücher für Erwachsene erfreuen sich auch hier steigender Beliebtheit.
Ein nettes Malbuch... ein Päckchen Buntstifte... und der kreativen Entspannung steht nichts mehr im Wege.

                                                                         Sia Fairysky's Malbuch

Donnerstag, 31. März 2016

Manchmal muss ich Frieden schließen...

Manchmal muss ich Frieden schließen mit mir selbst.

Und zwar meist dann, wenn ich dem einschläfernden Glauben anhänge,
ich sei bereits im Frieden mit mir selbst.
Dann kommt irgendeine Situation, irgendein Mensch,
der mir zeigt, dass ich vom Frieden weit entfernt bin.

Wenn ich mit einer Situation, die mir nicht gefällt, zu hadern beginne,
wenn ich beginne, die Schuld für meine Ärger- oder Wutgefühle bei anderen Menschen zu suchen,
dann weiß ich, dass ich nicht im Frieden mit mir bin.

Denn wenn ich wirklich im Frieden mit mir bin,
können andere Menschen oder schwierige Situationen
nichts bei mir auslösen.

Dann bin ich im Frieden mit mir –
und mit der Welt.



Mittwoch, 6. Mai 2015

Gedanken zwischen Aufwachen und Aufstehen

Wenn einer lügt, nennt man das Lüge.
Wenn ein Zweiter die Lüge wiederholt, nennt man es Zitat.
Wenn alle sie wiederholen, heißt es: „allgemein bekannte Tatsache“.
Wenn man sie in der Schule lehrt – und später an der Universität –, nennt man sie „akademische Bildung“.
Und wenn die Lüge schließlich Allgemeingut wird, nennt man sie: Wissen.

(Mirsakarim Norbekov, aus dem Buch
„Wie findet man ohne großen Aufwand eine Million Lösungen“)


Norbekov spricht hier etwas aus, was viele vielleicht denken – aber nur wenige laut sagen:
Wie viel von dem, was wir für Wissen halten, ist tatsächlich wahr?
Und wie viel davon einfach nur gut erzählte, oft wiederholte, bequem übernommene Meinung?

Wenn wir ehrlich sind, wählen wir meist jenes vermeintliche Wissen, das am besten zu unserem Weltbild passt – und nennen es dann unsere Wahrheit.

Die letzten Jahre haben es deutlich gezeigt:
Es gab viele Wahrheiten.
Jede fand ihre Anhänger.
Jede wirkte für sich überzeugend – zumindest für jene, die daran glaubten.

Aber ist wirklich alles wahr, was wir für wahr halten?
Ist alles falsch, was wir ablehnen?
Und vor allem: Welche Bedeutung hat all das tatsächlich für unser Leben?

Was gestern noch als unumstößlich galt, ist heute längst überholt.
Und das, was wir heute mit aller Überzeugung glauben, wird vielleicht schon morgen als Irrtum entlarvt.

Halten wir Norbekovs Worte für wahr, weil sie uns gefallen?
Oder lehnen wir sie ab, weil sie unbequem sind?

Wer weiß das schon?

Die Fragen, die er aufwirft, fordern uns heraus.
Sie zwingen uns, unser Wissen zu hinterfragen –
und vielleicht noch mehr:
unsere Sehnsucht nach Sicherheit.

Aber wenn wir annehmen – und davon dürfen wir getrost ausgehen –,
dass wir unsere Wirklichkeit selbst gestalten:
Welche Macht hat das Außen dann noch über uns?

Vielleicht ist es an der Zeit, uns neue Fragen zu stellen.

Nicht nur: Was weiß ich?
Sondern: Was will ich erschaffen?

Denn darin liegt unsere wahre Stärke.
Unsere Wirklichkeit liegt – letztlich – in unseren Händen.



Samstag, 4. April 2015

Für immer jung....




Di soll's geb'n, solang's die Welt gibt,
und die Welt soll's immer geb'n,
ohne Angst und ohne Dummheit,
ohne Hochmut sollst Du leb'n.
Zu de Wunder und zur Seligkeit
is' dann nur a Katzensprung,
und wann du willst,
bleibst immer jung.
Du sollst wachsen bis in' Himmel,
wo du bist, soll Himmel sein,
du sollst Wahrheit reden, Wahrheit tun,
du sollst verzeih'n.
Wann'st Vertraun hast in di selber,
dann brauchst ka Versicherung
und wann du willst
bleibst immer jung.

Du sollst nie aufhörn zum Lernen,
arbeit' mit der Phantasie,
wann'st dei Glück gerecht behandelst,
dann verlassts di nie.
Und du sollst vor Liebe brennen,
und vor Begeisterung,
weil dann bleibst
für immer jung.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Der Bär, der Tiger und der Jäger

Einst bahnte sich ein Jäger seinen Weg durch das dichte Grün des Dschungels, als er sich plötzlich dem König des Waldes, einem mächtigen Tiger, gegenüber sah. In wilder Flucht, schon den heißen Atem hinter sich spürend, kletterte der Jäger rasch auf den nächsten großen Baum - weit hinauf, um der Reichweite der scharfen Krallen zu entrinnen.

Hoch oben in diese Krone hatte sich auch ein Bär zurückgezogen, um dort zu meditieren. Der Tiger rief ihm zu: "He, Gevatter Bär. Sieh nur unseren gemeinsamen Feind. Hunderte unschuldiger Tiere hat er getötet. Die Köpfe und Felle unserer Verwandten schmücken sein Haus, und er brüstet sich als Krone der Schöpfung. Los, wirf ihn herab. Ich bin hungrig und will ihm seinen verdienten Lohn geben."

Darauf sprach der Bär: "Lieber Tiger, dieser Jäger hat in meinem Haus Zuflucht gesucht. Einen Hilfesuchenden auszuliefern ist ein Unrecht. Ja, auch wenn dieser Mann aus Gier und Habsucht handelte, so ziemt es sich doch nicht für ein Wesen von höherer Intelligenz, einen Schwachen und Bedrängten dem Tode zu weihen."

Da sprach der Tiger zu dem Jäger: "He, Jäger, wie du hörst, wird der Bär dir nichts tun. Los, wirf ihn herab. Ich bin hungrig, und nachdem ich ihn gefressen haben werde, kannst du getrost weiterziehen. Das verspreche ich bei meiner Königsehre."

Da gab der Jäger dem Bären einen kräftigen Tritt, damit dieser aus dem Baume fiele. Der Bär jedoch konnte noch rasch einen anderen Ast ergreifen und sich retten.
Darauf hob der Tiger wieder an: "He, Bär, da siehst du die abscheuliche Gesinnung des Menschen. Er betrachtet uns Tiere als niedrige Wesen und ist sich nur selbst der Nächste. Er verleumdet unsere große Mutter und seine eigene Herkunft, Er ist der Feind aller Lebewesen. Jetzt, da er dich töten wollte, kannst du ihn mir getrost übergeben."

Darauf sprach der Bär: "Noch nie habe ich gehört, dass Rache einem Wesen nützlich wäre. Vielmehr tötete dieses Gift auch immer seinen Wirt. Unrecht mit Unrecht zu vergelten ist eine große Sünde, und ein Wesen mit höherer Intelligenz lädt niemals eine solche Sünde auf sich. Ich will und werde meine Werte, nach der Wahrheit zu streben, nicht aufgeben. Selbst wenn jemand gemein und hinterlistig handelte, so ziemt es sich für kein Wesen, sich zu erniedrigen. Nur der Schwache gibt leichtfertig seine Werte auf."

aus Kukulu Kumuhaha, das Wunder der Segnung 
von Ulrich Duprée und Andrea Bruchacova 






Donnerstag, 12. Februar 2015

Eine buddhistische Weisheit...

Solange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst, 
bist du noch weit ab vom Weg der Weisheit!


Mittwoch, 31. Dezember 2014

Ein bisschen mehr Frieden...


Ein bisschen mehr Frieden und weniger Streit. 
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass. 
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was.

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh. 
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du. 
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut. 
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut. 

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht. 
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht. 
Und viel mehr Blumen während des Lebens, 
denn an Gräbern - da blüh'n sie vergebens. 

Peter Rosegger (1843 - 1918)






Montag, 27. Oktober 2014

Desiderata



Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast
und vergiss nicht, welcher Frieden der Stille innewohnen kann.

Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich,
in freundlicher Beziehung zu allen Menschen.
Sprich deine Wahrheit ruhig und klar und höre den anderen zu,
auch den Geistlosen und Unwissenden;
auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute und aggressive Menschen,
sie sind eine Qual für den Geist.
Wenn du dich mit anderen vergleichst,
könntest Du eitel oder bitter werden;
denn es wird immer jemanden geben,
der grösser oder geringer als du.
Erfreue dich deiner eigenen Leistungen
wie auch deiner Pläne.

Behalte das Interesse an deiner eigenen Laufbahn, 
so bescheiden sie auch sein mag;
sie ist ein echter Besitz in den wechselhaften Geschicken der Zeit.
In deinen Geschäften lass Vorsicht walten;
denn die Welt ist voller Arglist.
Aber dies soll dich nicht blind machen
gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit;
viele Menschen streben nach hohen Idealen;
und überall ist das Leben voller Heldenmut.

Sei du selbst.
Vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung.
Sei auch nicht zynisch, was die Liebe betrifft;
denn auch im Angesicht aller Dürre und Ernüchterung
kehrt sie doch immer wieder, wie das Gras.

Nimm gelassen den Rat der Jahre an,
und gib mit Anmut die Dinge der Jugend auf.
Stärke die Kraft des Geistes, 
damit sie dich vor plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze.
Aber beunruhige dich nicht mit dunklen Ahnungen.
Viele Ängste entstehen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin
gehe behutsam mit dir selbst um.

Du bist ein Kind des Universums,
nicht weniger als die Bäume und die Sterne;
du hast ein Recht hier zu sein.
Und ob es dir nun bewusst ist oder nicht;
zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen.

Darum lebe in Frieden mit Gott,
was für eine Vorstellung du auch von ihm hast,
und was immer dein Streben und Sehnen ist,
bewahre dir in der lärmenden Wirrnis des Lebens 
den Frieden in deiner Seele.

Trotz all ihrer Trugbilder, 
ihrer Schinderei und ihrer zerbrochenen Träume
ist diese Welt doch wunderschön.
Sei fröhlich.
Strebe danach, glücklich zu sein.


Max Ehrmann (1872 - 1945)

Freitag, 24. Oktober 2014

Wieder einmal etwas zum Thema Vergebung...

Vergebung bedeutet, jeglichen Anspruch auf Rache für immer aufzugeben.

So definiert es Ron Smothermon, ein amerikanischer Autor und Seminarleiter, in seinem Buch „Drehbuch für Meisterschaft im Leben“.
Eine klare Aussage. Und eine kraftvolle.

Doch was bedeutet es wirklich, den Anspruch auf Rache für immer aufzugeben?

Es bedeutet, zu akzeptieren,
dass wir keinen Anspruch auf ein bestimmtes Verhalten anderer Menschen haben.
Es bedeutet, dass es keine Rolle spielt, ob die Person, der wir vergeben wollen,
ihr „Vergehen“ bereut – oder ob sie es wiederholt.
Vielleicht sogar mehrmals.

Denn wenn wir vergeben haben,
dann haben wir vergeben.
Wir müssen es nicht wiederholen.
Wenn wir dennoch das Bedürfnis verspüren,
„noch einmal zu vergeben“,
haben wir es vielleicht noch nie wirklich getan.

Vergebung bedeutet auch, sie an keine Bedingungen zu knüpfen.
Alle selbstgerechten „wenn-dann“-Spielchen
(WENN du das nie wieder tust, DANN vergebe ich dir)
klingen vielleicht freundlich –
aber Vergebung sind sie nicht.

Wenn wir vergeben,
befreien wir nicht den anderen.
Wir befreien uns selbst.
Von Groll. Von Schuldzuweisungen. Von Wut.
Von dem Wunsch, dass jemand für unsere Verletzung „bezahlen“ soll.

Wir nehmen uns selbst aus dem Spiel des Urteilens heraus –
und lassen den anderen in seiner Verantwortung.
Hier, jenseits von „gut“ und „böse“,
jenseits von „richtig“ und „falsch“,
übernehmen wir die volle Verantwortung
für unser Fühlen.
Und lassen den anderen ganz in seinem.

„Vor Sonnenuntergang übe Vergebung“,
sagt eine alte hawaiianische Weisheit.
Nicht, weil wir es müssen.
Nicht, weil jemand es von uns erwartet.
Sondern weil es unsere Wahl ist.


Wir können wählen.

Ob wir die alten Geschichten weitertragen,
oder ob wir sie still auf einen Stein legen
und weitergehen –
leichter, freier, ohne Schuldige.

Ob wir unser Herz
immer wieder in das zurückziehen,
was war –
oder ob wir es atmen lassen
im Licht des Jetzt.

Vergebung heißt nicht:
„Es war in Ordnung.“
Vergebung heißt:
„Ich lasse los, dass du für mein Leiden zuständig bist.“
Ich entlasse dich
aus der Geschichte, die ich über dich geschrieben habe.
Und ich entlasse mich selbst
aus der Rolle der Gekränkten.

Das ist keine Gnade.
Das ist kein Verdienst.
Es ist: Freiheit.

Und sie beginnt genau dort,
wo wir nicht mehr Recht haben wollen –
sondern heil sein möchten.

Vergebung ist nicht etwas, das wir tun.
Es ist etwas, das in uns still geschieht,
wenn wir uns erinnern,
wer wir in Wahrheit sind.



🤍

Montag, 13. Oktober 2014

Glück...


Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst,
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.