Freitag, 28. August 2026

Ein bisschen neben der Spur

Manchmal sind es gerade die Menschen, die ein kleines bisschen neben der Spur sind, die die interessantesten Geschichten zu erzählen haben.

Sofie und Moritz, Konrad, ein munterer Friseur, tanzende Taranteln und noch so einige andere eigenwillige Gestalten haben sich inzwischen zwischen zwei Buchdeckeln versammelt.

Menschen, die dabei sind zu entdecken, dass der Weg, den sie bisher gegangen sind, nicht der einzige ist. Dass es nie zu spät ist, etwas Neues zu wagen. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, ein bisschen neben der Spur zu sein.

Mein neuer Roman „Ein bisschen neben der Spur“ ist erschienen. ❤️


Bei:

   AMAZON

           HUGENDUBEL     

         BoD BUCHSHOP     

         THALIA     

    MORAWA


Und natürlich ist das Buch auch in allen Buchhandlungen und bei zahlreichen weiteren Online-Buchshops erhältlich.

Samstag, 22. August 2026

Seite 16 und die Abgründe meines Autorinnenlebens

So.
Buch fertig geschrieben. Du kannst dich auf den Weg machen, Baby. Hoffentlich gefällst du vielen Menschen. Ganz bestimmt sogar. Du bist doch witzig, unterhaltsam und ich habe mir wirklich Mühe mit dir gegeben. Und meine beiden Probeleser fanden dich ja auch gut.

Und trotzdem beginnt genau in dem Moment, in dem man ein Buch, eine Geschichte oder einen Blogartikel loslässt, dieses kleine Theater im Kopf: Bitte mögen. Bitte lesen. Bitte nicht auf Seite sechzehn stehen bleiben.

Und dann: „Oh Gott, jemand hat das Buch gekauft! Hoffentlich gefällt es ihm. Hätte ich nur seine Kontaktdaten, ich würde ihm unverzüglich schreiben, dass er es ruhig zurückgeben kann, wenn es ihm nicht gefällt. Ich bin nicht böse deswegen. Höchstens ein wenig wütend.

Aber Amazon ist ein wenig pingelig mit den Kontaktdaten.

Ich warte auf Rezensionen. Und nein, ich sehe nicht im Zehn-Minuten-Rhythmus nach. Höchstens dreimal täglich. Und dann noch zusätzlich zweimal.  Und allerhöchstens noch einmal zwischendurch. Zur Sicherheit.

Dann beginnt jemand, das Buch bei Kindle Unlimited zu lesen. Bis zu Seite sechzehn. Gut, vielleicht hatte er heute nicht viel Zeit.

Ich sehe am nächsten Tag nach: Seite sechzehn.
Am übernächsten Tag: Seite sechzehn.
Nach einer Woche: Seite sechzehn.
Langsam nehme ich es persönlich.
Nach zwei Wochen: immer noch Seite sechzehn.
Langsam frage ich mich, was zwischen uns beiden passiert ist.
Hat ihn etwas gestört?
War Seite sechzehn zu viel?
Zu wenig?
Zu seite-sechzehnig?

Würde Amazon die Kontaktdaten rausrücken, würde ich dem Leser selbstverständlich schreiben. Höflich. Sachlich. Nur ganz leicht besorgt.

„Lieber Leser“, würde ich schreiben, "leider musste ich feststellen, dass Sie das am 15. Juli ausgeborgte E-Book nur bis Seite 16 gelesen und anschließend abgebrochen haben. Da mir diese Vorgehensweise höchst ungewöhnlich und verdächtig erscheint, frage ich Sie hiermit in aller gebotenen Autorinnenruhe:
Was ist passiert?

Mit freundlichen Grüßen
die Autorin"

Ich würde es ihm besonders leicht machen und sogar einen Fragebogen hinzufügen:

口 So viel Spannung ist schlecht für meinen Blutdruck

口 Konnte das Unlimited-Abo nicht bezahlen

口 Mein Kindle ist in die Badewanne gefallen

口 Seite sechzehn ist so ergreifend, dass ich sie immer wieder lese

口 Habe versehentlich auf „Zurückgeben“ gedrückt

口 Musste dringend etwas anderes tun

口 Zeugen Jehovas waren da. Ich lese jetzt die Bibel.

口 Bin bis Seite 16 gekommen und dann verstorben

口 Komme später wieder


Aber diese Möglichkeit besteht leider nicht. Also werde ich nie erfahren, warum dieser Leser immer noch auf Seite sechzehn ist. Vielleicht ist das auch besser so. Manche Geheimnisse bleiben eben Geheimnisse, manche Rätsel ungelöst, und manche Autorinnen müssen lernen, mit Seite sechzehn zu leben.

Aber solltest du mir einmal zufällig über den Weg laufen, lieber unbekannter Leser, und dich auch noch outen, dann solltest du besser eine gute Begründung haben. Und falls nicht: Ich weiß noch immer, auf welcher Seite du stehen geblieben bist.