Mittwoch, 7. April 2021

Die Lösung liegt in unseren Händen!

Wir leben in einer sehr herausfordernden Zeit. Egal, welcher Meinung wir sind und was wir von dem uns umgebenden Chaos halten, egal, ob wir regierungstreue Untertanen sind, die nichts hinterfragen und nichts kritisieren, oder ob wir zur immer größer werdenden Gruppe derer gehören, die ihre Informationen nicht nur aus den Mainstream-Medien beziehen, die sich selber Gedanken machen und dem ganzen Geschehen ungleich kritischer gegenüber stehen (von den Regierungstreuen als Schwurbler, Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, Coronaleugner usw. bezeichnet)  - lustig ist es für keinen mehr.

Beängstigende Nachrichten und Warnungen prasseln von allen Seiten und aus allen Ecken und Enden auf uns ein und es wird immer schwieriger, zu unterscheiden, wem man glauben kann und wem nicht. Was sind Verschwörungstheorien? Was ist die Wahrheit?

Aber gerade diese Situation fordert uns auf, ja zwingt uns geradezu, wieder in die Eigenverantwortung zu gehen.
Gerade jetzt sind wir aufgefordert, den Modus der Machtlosigkeit zu verlassen und uns bewusst zu werden, wer wir sind. Gerade jetzt ist es wichtig, uns unserer Schöpferkraft bewusst zu werden.

Unsere Gedanken erzeugen Realität. Und angstvolle, verzweifelte, ohnmächtige Gedanken erzeugen genau die Begebenheiten, die unserer Angst, unserer Verzweiflung und unserer Ohnmacht entsprechen.
Wir gestalten unsere Realität mit unserer Vorstellungskraft. Und was wir uns vorzustellen haben, wird uns Tag für Tag auf dem Präsentierteller serviert. 
Aber trotzdem haben wir die Freiheit, zu wählen - andere Vorstellungen zu wählen, andere Emotionen, andere Gedanken, ein anderes Sein, eine andere Realität.

Wir können eine friedliche, freie, lebensbejahende, fröhliche Welt erschaffen. Wir sind imstande, uns souverän aus allen Schrecknissen mit denen wir momentan konfrontiert sind, zu erheben. Aber Angst ist nicht der richtige Weg. Wut ist nicht der richtige Weg. Hass ist nicht der richtige Weg. 

Der Weg ist, uns unserer Macht, unserer Schöpferkraft bewusst zu werden. Wenn wir das tun, werden alle Gefühle der Unfreiheit, der Manipulierbarkeit und der Ohnmacht verschwinden. Niemand wird uns mehr dazu bringen können, Angst zu haben. Niemand wird uns mehr dazu bringen können, unglücklich, verzagt, verzweifelt zu sein.

Wir dürfen jedoch keinen Augenblick die Tatsache aus den Augen verlieren, dass wir niemandem die Schuld für unsere Bewusstseinsinhalte in die Schuhe schieben können. Für unser Bewusstsein, unsere Emotionen und unsere Seinszustände tragen wir selbst die Verantwortung. Niemand kann uns das abnehmen. Niemand kann für uns im Bewusstsein der Unbesiegbarkeit leben. Niemand kann für uns glücklich sein. Niemand kann für uns friedlich sein und frei. Und daher ist es sinnlos, darauf zu warten, dass die Lösung von außen kommt, dass irgendjemand uns unsere Freiheit "schenkt", unser Glück und unseren inneren Frieden.

WIR selbst sind die Lösung. WIR ganz allein! Jeder einzelne von uns!
Mit unserem Sein erschaffen wir die Welt, nicht mit unseren Wünschen, Hoffnungen und dem, was wir für positives Denken halten. Und schon gar nicht mit der Einstellung, dass es diejenigen, die es in unseren Augen verbockt haben, auch wieder in Ordnung bringen werden.

Das was wir sind, das manifestieren wir. Unser So-Sein erzeugt unsere Realität.

Also worauf warten wir noch? JETZT ist der Augenblick! Let's go!



Dienstag, 2. März 2021

Eine große Herausforderung...

"Höre auf zu versuchen, die Welt zu verändern, da sie nur der Spiegel ist.
Der Versuch des Menschen, die Welt mit Gewalt zu verändern, 
ist so fruchtlos wie das Zerbrechen eines Spiegels in der Hoffnung, 
sein Gesicht zu verändern. 
Verlasse den Spiegel und ändere dein Gesicht. 
Lass die Welt in Ruhe 
und ändere Deine Vorstellung von dir selbst.

Neville Goddard



Samstag, 27. Februar 2021

Wie lenken wir unser Leben?

Wir lenken unser Leben mit unseren Überzeugungen. Nicht mit dem, was wir hoffen, nicht mit dem, was wir glauben, ja nicht einmal mit dem, was wir wissen oder zu wissen glauben. Wir lenken unser Leben einzig und allein mit unseren Überzeugungen. Das, wovon wir überzeugt sind, manifestiert sich in unserem Leben. Und zwar NUR das! 

Schon Jesus sagte: " Wahrlich ich sage euch: So ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so ihr werdet sagen zu diesem Berge: Hebe dich auf und wirf dich ins Meer! so wird's geschehen." 

Wenn wir nun einem Berg befehlen, sich ins Meer zu stürzen, und wir blicken am nächsten Morgen aus dem Fenster, und der Berg steht immer noch da, so sagen wir uns ohne große Enttäuschung: "Im Grunde genommen hab ich das gestern schon gewusst, dass dieser Berg heute noch da sein wird." Somit überrascht uns die Situation nicht, denn wir haben ohnedies vom ersten Augenblick an das Bewusstsein des Misslingens in uns getragen. Wir haben aus dem Verstand heraus gehandelt. Wir haben etwas vollkommen Sinnbefreites getan, indem wir eine Lenkung der Realität vorgenommen haben, an deren Gelingen wir keinen Augenblick lang wirklich geglaubt haben. 

So sieht unsere Realitätsgestaltung sehr häufig aus. Wir wünschen, wir hoffen, wir glauben. Und dazu verstecken wir uns hinter "IRGENDWANN". Irgendwann muss es doch funktionieren. Irgendwann erfüllen sich meine Wünsche. Irgendwann werde ich genügend Geld haben, wird meine Gesundheit wiederhergestellt sein, werde ich den optimalen Partner finden, werde ich glücklich sein... IRGENDWANN!  Damit verschieben wir die Erfüllung unserer Wünsche auf ein unbestimmtes IRGENDWANN! Und wir brauchen nicht die Verantwortung dafür zu übernehmen, wenn der Berg heute immer noch da ist. Denn für HEUTE haben wir ja gar keine Lösung erwartet.

Neville Goddard  sagt, dass bewusste Schöpfung nur aus dem Gefühl des erfüllten Wunsches heraus funktioniert. Fühle, dass du es schon hast! Freu dich darüber! Sei dankbar dafür! 

Dr. Joe Dispenza sagt: "Dankbarkeit ist der ultimative Zustand des Empfangens!"

Bleiben wir im Gefühl der Freude, des Glücks, der Begeisterung. Lassen wir Dankbarkeit und Vertrauen durch unseren ganzen Körper fließen. Beginnen wir jeden Morgen mit einem Jubelschrei und dem Gefühl der Unbesiegbarkeit!

Und jeder einzelne unserer Berge wird sich vor unseren Augen ins Meer stürzen.


Freitag, 5. Februar 2021

Meta Morfoss


Heute teile ich mit euch eine wundervolle Geschichte von Peter Hacks.

Meta Morfoss

Meta Morfoss war ein kleines Mädchen, welches die Angewohnheit hatte, sich dauernd zu verwandeln. Manchmal verwandelte sie sich in eine Muschel und lag ganz still im Algenwald und träumte im warmen Unterwasser vor sich hin. Wenn dann die Jungens im Teich tauchten und versuchten, die Muschel an die Oberfläche zu holen, klappte sie ihre Schalen zusammen und sagte ein bisschen furchtsam: »Aber ich bin doch die Meta.«

Oder sie verwandelte sich in einen Engel und flog mit langsamen Flügelschlägen durch den Abend. Dann konnte es vorkommen, dass sie einem Flugzeug begegnete und der Kapitän sehr erstaunt zu sich sagte: »Merkwürdig, hier fliegt ein Engel.« Und er starrte so angestrengt zum Fenster hinaus, dass das Flugzeug zu schwanken anfing. Und Meta rief ihm tröstend hinterher: »Aber ich bin doch die Meta!«

Oder sie verwandelte sich in eine Dampflokomotive und wog 100 Tonnen und raste mit ungeheurem Getöse die Schienen entlang. Es ist doch aber so, dass die Eisenbahnschienen für die ordentlichen Züge bestimmt sind, die mit Gütern oder Reisenden unterwegs sind und die Eisenbahnverwaltung hat schließlich einen genauen Fahrplan ausgerechnet, damit die Züge niemals zusammenstoßen. Die Zugführer erschraken daher nicht wenig, wenn sie auf dem eigenen Geleise eine Lokomotive auf sich zudampfen sahen, die nicht im Fahrplan stand und auch vom Bahnwärter nicht gemeldet war. Natürlich verwandelte sich Meta immer rechtzeitig in das kleine Mädchen zurück, das sie wirklich war, und sie sprang vom Bahndamm und erläuterte mit einem allerhöflichsten Knicks: »Aber ich bin doch die Meta!«

Aber was nützte das denn noch? Wenn es auch mit knapper Not kein Unglück gab, die Zugführer hatten doch einen bösen Schreck bekommen. Man muss also ehrlich zugeben, dass Meta Morfoss den Menschen eine Menge Schwierigkeiten bereitete. Sie meinte es gewiss nicht böse. Nur verwandeln sich eben die meisten Leute sehr selten in eine andere Sache, und, wer das schon unbedingt tun muss, sollte doch gelegentlich darüber nachdenken, ob er nicht stört.

Meta lebte zusammen mit ihren Eltern und einer Tante, die einen Schnurrbart hatte und deswegen Herr Maffrodit hieß, in einem kleinen Haus am Rande des Stadtparks.

Metas Eltern hatten sich an die seltsame Eigenschaft ihrer Tochter schon einigermaßen gewöhnt - seit jenem ersten Mal, wo sie, anstatt eines Säuglings, eine Wärmflasche im Kinderbettchen gefunden hatten, die mit einer glucksenden Gummistimme erklärt hatte: »Binna Meta« (Denn, wie gesagt, Meta war da noch sehr klein gewesen und konnte sich nicht richtiger ausdrücken.) So wunderten sich die Eltern über gar nichts mehr. Ob nun mitten im Wohnzimmer ein Platzregen niederging, oder ob am Tischbein eine Orchidee wuchs, die, in fremdartigen Farben schillernd, ab und zu eine Fliege verspeiste, oder ob auf Herrn Maffrodits Nähtisch eine wollene Socke lag, die vier Meter lang war und nicht einmal mehr einer Giraffe gepasst hätte: Frau und Herr Morfoss wussten längst, dass das die Meta war, und achteten überhaupt nicht darauf.

Übrigens kann es auch ein Fehler sein, wenn man alles schon vorher weiß und auf nichts mehr achtet.

Eines Abends zum Bei­spiel ereignete sich eine ganz ungewöhnliche Geschichte.

Es gab nämlich in der Stadt einen besonders schlecht erzogenen jungen Mann, der sich abscheulicherweise in mondlosen Nächten ein schwarzes Halstuch vors Gesicht band, sich einen Revol­ver (mit dem er zum Glück nicht schießen konnte) in die Tasche steckte und in allein stehende Häuser einbrach, um dort Matchbox-Autos und Brillantringe zu rauben. An dem Abend, von dem wir reden, hatte er beschlossen, bei der Familie  Morfoss einzubrechen.

Herr Morfoss saß eben vor dem Fernseher, Frau Morfoss las in der Zeitung, und Herr Maffrodit, die Tante, strickte eine Socke, die genauso lang war, wie es sich für eine Socke gehört.

Da kam der Einbrecher durchs Fenster gestiegen und sagte: »Das ist ein Überfall. Keiner bewegt sich!« Die Familie glaubte natürlich, dass der Einbrecher Meta sei. Wo gibt es denn so etwas noch, Einbrecher! Herr Morfoss ging in aller Seelenruhe zum Fernsehgerät und stellte eine andere Sendung ein, die leider ebenso langweilig war wie die bisherige; Frau Morfoss hob die Augen gar nicht von ihrer Zeitung, und Herr Maffrodit klapperte weiter mit ihren Nadeln.

Der Einbrecher fuchtelte mit dem Revolver und brüllte: »Hände hoch, sonst wird geschossen!« Niemand kümmerte sich um ihn. Der Einbrecher wurde fast närrisch vor Zorn. Er drückte den Revolver Herrn Morfoss in den Bauch und flüsterte heiser: »Das Geld oder das Leben!«

»Schon gut «, sagte Herr Morfoss geduldig. »du bist ja die Meta.«

Da erkannte der Einbrecher, dass sich niemand vor ihm fürchten wollte. Er ging verwirrt weg. Und er zweifelte an seiner Eignung für diesen Beruf und hängte ihn an den Nagel, und er ist dann, wie wir in Erfahrung gebracht haben, noch ein sehr ordentlicher Autoschlosser geworden.

Zu Hause also ging es Meta so gut oder so schlecht, wie es kleinen Mädchen zu Hause einmal geht. Aber wie ging es in der Schule? Wir sehen gleich, dass das eine wichtige Frage ist, und wir wollen sie beantworten, indem wir die Sache von ihrem Anfang an erzählen.

Der Lehrer, er hieß Herr Dr. Pauli, hatte Meta aufgefordert vorzutragen, was sie über den Himmel wusste. Meta war - das kommt bei kleinen Mädchen gelegentlich vor - in einer schauderhaften Blödellaune. Sie stand auf und äußerte mit todernstem Gesicht den folgenden Unsinn: »Der Himmel ist ein großer, runder, blauer Teller. Der Abend ist eine Schokoladensoße, die, vom Rand her, auf den Teller gekippt wird. Wenn der Teller voll ist, ist Nacht. Am Morgen kommt die Sonne und leckt die Schokolade wieder ab; vermutlich ist sie eine Katze.«

»Was erzählst du uns da!« sagte Herr Dr. Pauli.

»Doch«, sagte Meta, »eigentlich bin ich ganz sicher, dass die Sonne eine Katze ist.«

»Sag einmal«, bemerkte Herr Dr. Pauli trocken, »bist du nicht ein bisschen sehr albern?«

An dieser Stelle des Gesprächs verwandelte sich Meta in den Professor Albert Einstein.

Der Professor Einstein, das muss man hier wissen, lebte vor noch gar nicht so langer Zeit und war ein gütiger alter Herr mit wehenden weißen Haaren. Zugleich war er von allen Gelehrten vor oder nach ihm derjenige, der über Himmelsdinge am besten Bescheid wusste.

Meta - oder Professur Einstein, wie man will - erhob sich sehr würdig, schritt zur Tafel und schrieb mit Kreide ein paar schwierige Ausdrücke darauf, die niemand verstehen konnte, nicht einmal der Lehrer.

Hiernach räusperte sie sich und sprach: »Meine hoch verehrten Damen und Herren! Alle Sterne drehen sich um alle Sterne. Es gibt große und kleine Sterne, helle und dunkle, wichtigere und weniger wichtige, aber es ist keiner unter ihnen, auf den es nicht ankommt. Jeder Stern hat ein bisschen Recht. Und was wir Menschen von den Sternen lernen können, ist, wie nett sie, obgleich jeder ein bisschen Recht hat, sich am Ende miteinander geeinigt haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.«

Nachdem sie das gesagt hatte, ergriff sie eine Geige und spielte eine wunderschöne Melodie.

»Sie sind nicht Professor Einstein«. sprach Dr. Pauli, der Lehrer.

»Hoppla«, sagte Meta verdutzt, »woher wissen Sie das?«

»Erstens«, entgegnete Herr Dr. Pauli »ist Professor Einstein leider schon vor einer Weile verstorben, und zweitens, was vielleicht noch bedeutsamer ist, hat er bekanntlich überaus schlecht die Violine gespielt.«

»Nein, nein«, fügte er hinzu, »wer so gut geigt, ist kein Einstein.«

»Stimmt«, gab Meta zu, »was das Geigen anlangt, ist mir ein Schuss Oistrach dazwischengekommen.« »Bleibt also zu klären«, sagte der Lehrer. »wer Sie sind?«

»Aber ich bin doch die Metal« rief Meta. (Wir haben es schon erwähnt: sie meinte es wirklich nicht böse.)

»Dann muss ich allerdings diese Ablenkung vom Gegenstande des Unterrichts in mein Merkbüchlein eintragen«, sagte Herr Dr. Pauli mit Nachdruck.

Er zog das Merkbüchlein aus der Brusttasche. Meta aber, die ihr Betragen so sehr tadelnswert nicht fand, wie sie es wahrscheinlich hätte finden sollen, ärgerte sich darüber, und sie verwandelte sich ganz flink in Dr. Paulis Füllfederhalter.

Sie hatte die Absicht, beim Eintragen einen mächtigen Tintenfleck zu verspritzen. Aber wie erstaunt war sie, als sie merkte, dass der Lehrer gar nichts in das Buch eintrug.

Er tat zwar so, als schriebe er den Namen Meta Morfoss, in Wahrheit jedoch malte er die Buchstaben in die Luft.

Da entdeckte Meta, wie gut Herr Dr. Pauli es mit ihr meinte. Und seit sich dieser Vorfall so begeben hatte, unterließ es Meta, sich während der Schulstunden in irgendetwas oder irgendwen zu verwandeln, so hart es sie auch oft ankam.

Nun lässt sich ja verstehen, dass Meta ihrer Angewohnheit am heftigsten nachgab, sobald die Schule aus war. Sie hatte sich fünf oder sechs oder sogar sieben Stunden lang solche Mühe gegeben, unverwandelt zu bleiben. Im Augenblick, wo sie sich verwandeln durfte, tat sie es meistens sofort.

Und wenn es ihr besonders schwer gefallen war, einfach bloß immer die Meta zu sein, verwandelte sie sich gern in etwas Unangenehmes.

Zum Beispiel fiel ihr - es muss Ende letzten Sommers gewesen sein - ein, sich in ein Krokodil zu verwandeln, das auf der Straße sitzt und die Zähne fletscht. Sie sah wirklich ziemlich fürchterlich aus; denn Krokodile haben sehr lange und gelbe Zähne. Die Fußgänger drückten sich vorsichtig an den Hauswänden entlang, und selbst die Autofahrer machten lieber einen Bogen um das Ungeheuer. Da kam der Müllmann, Herr Karsunke, in seinem Straßenreinigungsfahrzeug des Weges gefahren. Als er das Krokodil sitzen sah, sprach er die folgenden Worte zu sich selber: »Hier stelle ich aber eine deutliche Verunreinigung der Fahrbahn fest.« Und er schwenkte seinen Bagger aus und schaufelte das Krokodil kurzerhand in den Behälter, dorthin, wo der übrige Müll stak.

Aber weil Meta sich in ein Krokodil-das-auf-der-Straße-sitzt-und-die-Zähne-fletscht und nicht in ein Krokodil-das-im-Müllkasten-liegt-und-sich-die-Därme-durchrütteln-läßt verwandelt hatte, blieb sie keine Sekunde lang in dem Auto, sondern saß sogleich wieder, nur ein Stückchen weiter vorn, auf der Straße.

»Was Teufel«, sagte Herr Karsunke zu sich, »noch ein Krokodil?« Er hob auch dieses Krokodil in sein Auto. Und wieder saß Meta ein Stück vor ihm und blickte ihn mit bösen Augen an und fletschte die langen gelben Zähne. Und so ging das denn immer weiter. Und der Vorgang wiederholte sich so oft, dass Herr Karsunke, als er seine Strecke abgefahren hatte, glaubte, er hätte seinen riesengroßen Kasten jetzt bis zum Rand voll mit Krokodilen.

Er fuhr den Schuttberg hinauf und stellte sich mit der Rückseite des Müllautos an dessen Rand. Und dann zog er den Hebel, der die hintere Tür öffnet und die ganze Ladung den Berg hinunterkippt. Doch als er nachsah, war kein einziges Krokodil herausgefallen.

Alles, was da die Halde hinabrollte, war ein bisschen Knüllpapier, einige Sofaspiralen und sechs oder sieben Dachschindeln, die vom letzten Sturm her auf dem Pflaster gelegen hatten. Herr Karsunke, der genau wusste, wie viele Krokodile er aufgesammelt hatte, rieb sich ein paar Mal mit dem Handrücken über die Augen. Das half natürlich auch nichts. Er ging verstört zur Fahrerkabine zurück.

Neben der Fahrerkabine saß ein Krokodil; es fletschte die langen und gelben Zähne und sagte entschuldigend: »Aber ich bin doch die Meta!« »Wenn das so ist ...«, versetzte Herr Karsunke, »werde ich mich bei deinen Eltern beschweren.«

Und noch desselbigen Tages, nachdem er sich gewaschen und zwei Stullen gegessen hatte, ging Herr Karsunke zum Hause der Familie Morfoss und läutete an der Tür. Die Tante öffnete ihm.

»Karsunke«, sagte der Müllmann mit einer Verbeugung.

»Maffrodit«, stellte sich die Tante ihrerseits vor.

»Nun«, sagte der Müllmann. »um ein Wort von Mann zu Mann zu reden ... «

»Von Mann zu Frau«, unterbrach ihn die Tante und zwirbelte ihren Schnurrbart. »Entschuldigen Sie, Frau Maffrodit«, sagte der Müllmann. »Herr Maffrodit bitte«, verbesserte die Tante.

»Also Herr Maffrodit«, sagte der Müllmann, »von Mann zu Frau, oder sagen wir vielleicht lieber: Ganz unter uns zwei beiden, ich habe eine Beschwerde über ihr Fräulein Nichte vorzutragen.«

»Kommen Sie nur ruhig herein«, sagte die Tante. »Der Lehrer Pauli ist auch schon drin, es ist ein Abwasch.«

Herr Karsunke folgte Herrn Maffrodit ins Wohnzimmer, und Frau und Herr Morfoss und Herr Dr. Pauli gaben ihm die Hand, und Herr Morfoss brachte ein paar Flaschen Bier, und dann saßen sie alle um den Tisch herum und redeten über Meta.

»Ich weiß nicht, von wem sie das hat«, sagte Frau Morfoss.

»Geerbt kann sie es nicht haben; denn weder mein Mann noch ich haben jemals die mindeste Lust verspürt, uns in allerlei fremdes Zeug zu verwandeln. Beigebracht haben wir es ihr natürlich auch nicht.«

»Kinder kommen eben manchmal auf Ideen«, sagte Herr Morfoss.

»Ich muss bestätigen«, erklärte Herr Dr. Pauli, »dass sie sich meistens recht rücksichtsvoll verhält.« »Außer wenn sie ein Krokodil ist«, rief Herr Karsunke.

»Zugegeben«, sagte der Lehrer. »Das geht entschieden zu weit.«

»Sie ist hässlich«, sagte Herr Karsunke.

»Außer wenn sie ein Engel ist«, widersprach Frau Morfoss.

»Wie?« fragte der Müllmann, »sie ist auch gelegentlich ein Engel?«

Frau Morfoss beteuerte es.

»Aber dann liegt der Fall ja noch schlimmer, als ich dachte« sagte der Müllmann. »Wenn sie stets ein Krokodil wäre, wüsste man wenigstens mit der Zeit, woran man ist. Ein Krokodil, das ist nicht das Ärgste. Aber nun auch noch ein Engel!«

»Was haben Sie gegen Engel?« erkundigte sich der Lehrer.

»Gar nichts«, sagte Herr Karsunke, »im Gegenteil, ich finde Engel ausgesprochen niedlich, ich verlange nur eins: Dass sie sich endlich entscheidet, wer sie sein will, damit man sich daran gewöhnen kann.«

»Wir haben uns auch so daran gewöhnt«, sagte Herr Morfoss.

»Es ist doch ganz klar, wer sie ist«, sagte Frau Morfoss.

»Sie ist doch die Meta.«Hier erhob sich Herr Maffrodit, die Tante.

»Natürlich muss man verhindern, dass sie dumme Streiche macht«, sagte sie. »Aber im übrigen glaube ich nicht, dass man viel an ihr ändern kann. Und wenn ich es zum Beispiel könnte, wüsste ich gar nicht, wo ich das Recht dazu hernehmen sollte.«

Danach schwiegen sie eine Weile.

Und dann ging Herr Morfoss in die Speisekammer und holte noch ein paar Flaschen Bier, und die tranken sie zusammen aus und sprachen von Dingen, die minder erwähnenswert sind und die wir deshalb auch keineswegs erwähnen wollen.

Und darum sieht es so aus, als würde Meta Morfoss nicht aufhören, sich zu verwandeln: In einen Felsen oder in einen Goldfisch oder in irgendetwas, auf das wir jetzt gar nicht kommen.

Vielleicht eines Tages, wenn wir in aller Gemütlichkeit ein Buch lesen, kann geschehen, dass wir das Buch aufschlagen und es überraschenderweise in sehr artigem Tone zu uns sagt: »Aber ich bin doch die Meta!«

Denn möglich ist ja mehr, als wir oft denken.

Peter Hacks

Samstag, 23. Januar 2021

Reiten wir ein totes Pferd?


Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, dann steig ab!

Diese Weisheit der Dakota-Indianer ist wohl jedem hinreichend bekannt.

Also wäre anzunehmen, dass man eine Maßnahme beenden könnte, wenn sie nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Hierzulande scheint das jedoch anders zu laufen. Der Lockdown zeigt keinen Erfolg. Also brauchen wir mehr davon!! Was? Noch immer kein Erfolg?? Also noch mehr.....!! Tja immer dasselbe zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten, erscheint doch etwas naiv, oder? Und einzugestehen, dass man von Anfang an auf einem toten Pferd geritten ist, scheint wohl auch keine Option zu sein.

😉😉

Dienstag, 22. Dezember 2020

Die Christbaumkugel - Eine Weihnachtsgeschichte

Laurenzo lehnte seine Stirn an die Fensterscheibe und starrte in das Schneetreiben. Wann in den letzten Jahren hatte es jemals so geschneit? Der Garten lag bereits unter einer dicken Schneedecke und der Weg jenseits des Gartenzauns war kaum noch zu erkennen. Es dämmerte bereits, eigentlich hätten Alica und die Kinder schon zurück sein müssen. Die pure Unvernunft, heute mit dem Auto zu fahren. Sie hatten jedoch nur geheimnisvoll gelächelt und irgendetwas von Weihnachtsgeschenken gemurmelt, als er sie gefragt hatte, ob sie tatsächlich bei diesem Wetter in die Stadt wollten. Laurenzo seufzte und wandte sich vom Fenster ab. Er hatte seine Weihnachtsgeschenke natürlich längst besorgt.

Weihnachten! Morgen war der Heilige Abend. Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Jahr vergangen war. Die Zeit verging so schnell. Die Kinder waren fast zwölf Jahre alt, gar nicht davon zu reden, wie lange er mit Alica nun bereits verheiratet war. Vierzehn Jahre? Oder waren es gar schon fünfzehn? Nachdenklich ging er in den Abstellraum, um die Schachtel mit dem Schmuck für den Weihnachtsbaum zu holen.  Natürlich stand sie im obersten Regal. Nun, Laurenzo war groß, und eine kleine Trittleiter stand auch da. Diese Aufgabe schien also lösbar. Schwieriger wurde es schon, wenn er den Weihnachtsbaum und den altgedienten, etwas antiquarisch aussehenden Christbaumständer davon überzeugen musste, bis zum  Heiligen-Drei-Königs-Tag fest zusammenzuhalten.

Seufzend stieg er in den Keller und machte sich an die Arbeit. Kaum eine Stunde später hatte er es geschafft. Der Baum stand. Und das auch noch aufrecht wie ein Zinnsoldat. „Ziel erreicht“, murmelte er zufrieden und schleppte den Baum mitsamt Gestell ins Wohnzimmer. Vor dem Kamin schien ihm der richtige Platz zu sein, und dort stellte er ihn ab. Die Schachtel mit dem Schmuck stand ungeöffnet auf dem Wohnzimmertisch. Laurenzo ließ sich aufs Sofa fallen und zog die Schachtel zu sich heran. Vorsichtig nahm er den Deckel ab. Welch eine Pracht und Herrlichkeit lag da vor seinen Augen! Glänzende Kugeln, Silbergirlanden und glitzernde Sterne, Engel und Rentiere. Seit er ein Kind war, versetzte ihn dieser Anblick in freudige Erregung.

Er blickte auf die Uhr. Wo Alica und die Kinder nur blieben? Nun, Alica war eine gute und sichere Autofahrerin. Bei diesem Wetter würde sie langsam fahren müssen. Er brauchte sich keine Sorgen zu machen. Er würde die Zeit nützen, um den Weihnachtsbaum zu schmücken.

Sorgfältig begann er, eine Kugel nach der anderen auf den Baum zu hängen. Bis nur mehr eine einzige Kugel in der Schachtel lag. Diese eine ganz besondere Kugel. Bezüglich Schönheit konnte sie sich mit den anderen nicht messen. „Willst du diese Kugel nicht endlich wegwerfen?“  hörte er Alica in seinen Kopf fragen. „Papa, diese Kugel passt doch gar nicht zu den anderen“, hörte er die Kinder. Nein, diese Kugel würde er nicht wegwerfen. Fast zärtlich nahm er sie aus der Schachtel und betrachtete sie nachdenklich. In der Tat, sie passte wirklich nicht zu den anderen. Sie war im Laufe der Jahre matt und glanzlos geworden. Außerdem hatte sie einen braunen Brandfleck, da sie einmal zu nahe an einer brennenden Kerze gehangen hatte. Und leider war sie auch das, was Alica und die Kinder als „fürchterlich kitschig“ bezeichneten. Silbern mit grünen Streifen. Auch Laurenzo fand sie nicht schön. Jedoch zierte diese Kugel seit seiner Kindheit jeden Weihnachtsbaum, an den er sich erinnern konnte. Nichts und niemand würden ihn dazu bringen, sie wegzuwerfen.

Bilder tauchten vor seinem inneren Auge auf. Ein riesengroßer Weihnachtsbaum.  So prächtig, wie er nie einen gesehen hatte. Die brennenden Kerzen. Zwei kleine Jungen mit großen, leuchtenden Augen – er und sein jüngerer Bruder. Sein Vater, der auf dem Klavier „Stille Nacht“ spielte. Seine Mutter mit dem Baby im Arm - seiner kleinen Schwester - deren Geburt sie fast das Leben gekostet hatte. Erst am Vortag hatte sie das Krankenhaus verlassen können. Und dass sie nun hier mit ihnen stand, grenzte an ein Wunder. Er selbst musste damals vier Jahre alt gewesen sein. „Dies ist ein besonderer Tag heute“, hörte er seinen Vater murmeln. „Ein ganz besonderer Weihnachtsabend.“  Und sein Blick ruhte mit großer Zärtlichkeit auf ihnen allen.

Laurenzo sah die Kugel in seiner Hand an. „Erinnerst du dich daran?“ flüsterte er.

„Ja, ich erinnere mich.“ Laurenzo spürte die Antwort der Kugel in seiner Hand, in seinem Bauch, ja in seinem ganzen Körper. „Ich erinnere mich auch an das Weihnachtsfest einige Jahre später.  Dein Großvater – der Vater deiner Mutter – war zu Besuch gekommen, und du hast ihn damals zum ersten Mal gesehen. An diesem Tag überwand er endlich den Groll, den er gegen deine Mutter hegte, seit sie deinen Vater  – einen mittellosen Künstler , wie er es nannte – geheiratet hatte. „Ein besonderer Tag“, sagte deine Mutter mit Tränen in den Augen. „Ein ganz besonderes Weihnachtsfest.“  Ihr größter Wunsch – Frieden zu schließen mit ihrem Vater - war in Erfüllung gegangen.

Laurenzo schwieg lange und dachte an seinen Großvater, den er  in den folgenden Jahren als einen ganz besonderen Menschen erlebt hatte und der ein unverzichtbarer Bestandteil seiner Kindheit geworden war.  Wie lange war das nun her? Sein Großvater war gestorben, ehe er Alica kennengelernt hatte.

Dann das Weihnachtsfest, als sein Vater sein Engagement verloren hatte und sie kein Geld hatten. „In diesem Jahr wird es keine Weihnachtsgeschenke geben“, hatte seine Mutter traurig gesagt. Sein Bruder und seine Schwester zogen unglückliche Gesichter. Aber er war schon groß und verstand das.  „Das macht doch nichts“, hatte er sich beeilt zu sagen, um die Mutter zu trösten.  Es hatte dann doch noch für ein kleines Geschenk für jeden gereicht. Seine Schwester hatte eine kleine Puppe bekommen, sein Bruder ein Spielzeugauto und er selbst warme Socken, die er dringend gebraucht hatte. Er kämpfte tapfer mit den Tränen und versuchte, niemanden merken zu lassen, dass er auch lieber ein Auto gehabt hätte.

„Keiner außer mir hat es gesehen“, murmelte die Kugel.

„Und dann, als du für deine Mutter diese schrecklichen Topflappen genäht hast und dafür ihr bestes Handtuch zerschnitten hast. Ihr Gesicht werde ich nie vergessen.“  Es schien Laurenzo, als schüttelte sich die Kugel vor Lachen in seiner Hand. Ja, auch Laurenzo würde das Gesicht seiner Mutter niemals vergessen, diese Mischung aus gespielter Freude über diese furchtbaren Topflappen und das ungläubige Staunen über das zerschnittene Handtuch. Und dazu das laute, dröhnende Lachen seines Vaters.

Irgendwann kam  Alica in sein Leben. Er brauchte nur drei Sekunden, um zu wissen, dass sie die Frau war, mit der er sein weiteres Leben verbringen wollte. Sie hatten geheiratet, als sie sich kaum ein Jahr kannten, und es bis jetzt nie bereut. „Mein erstes Weihnachtsfest mit Alica. Erinnerst du dich?“ frage er leise. Natürlich erinnerte sich die Kugel. „Unsere erste gemeinsame Wohnung. Eine kleine Dachwohnung mit einem rauchenden und fauchenden Ofen. Wir hatten es gerade noch geschafft, vor Weihnachten die nötigsten Möbel zu beschaffen. Ein besonderer Tag, sagte Alica lächelnd, als wir Hand in Hand vor dem kleinen, windschiefen Weihnachtsbäumchen standen.  Unsere ersten gemeinsamen Weihnachten.“

Versonnen betrachtete er die Kugel in seiner Hand. „ Und du hingst ganz vorne auf dem Baum.“

„Ja, in der Tat“, murmelte die Kugel. „Das war ein ‚heißes‘  Weihnachtsfest.  Alica hängte mich zu nahe an eine brennende Kerze. Ich glaube, das tat sie absichtlich. Sie mochte mich nie.“

Es war dunkel geworden und im Raum herrschte Stille. Es schien ihm, als zögen alle Weihnachtsabende seines Lebens an ihm vorüber. Die ersten Weihnachten mit den Kindern.  Der Heilige Abend mehrere Jahre später, an dem seine beiden Buben einen halb erfrorenen und ausgehungerten Dackelmischling gefunden und mit nach Hause gebracht hatten. Nachdem sie tagelang nach den Besitzern geforscht hatten, aber niemand auf ihn Anspruch erhoben hatte, behielten sie ihn und nannten ihn Bob.

„Und das Weihnachtsfest darauf, an dem Alica mir das Leben gerettet hat“, raunte die Kugel.

„Dir das Leben gerettet?“

„Ja, sie weigerte sich eisern, mich auf den Baum zu hängen und versteckte mich ganz tief in der Schachtel unter dem übrig gebliebenen Lametta. Dann warf der verrückte Bob in seiner  Begeisterung und seiner Gier nach den Zuckerringen, den ganzen Baum um, und alle Kugeln lagen in Scherben. Du musstest sehen, wo du im letzten Augenblick noch neue auftreiben konntest.“  

„Ja“, Laurenzo lächelte in der Erinnerung, „ich konnte mir einige Kugeln von den Nachbarn borgen. Und du hingst natürlich wie immer ganz vorne auf dem Baum.“

Lange saß Laurenzo noch im Dunkeln, die Kugel in seiner Hand.

Endlich hörte er das Auto die Auffahrt entlang rollen, das Schlagen der Autotüren und bald darauf Alica und die Kinder ins Haus stürmen. Erleichtert stand er auf und ging ihnen entgegen. Erst jetzt spürte er, dass er sich doch Sorgen gemacht hatte. Sie würden nun zu Abend essen und Alica und die Kinder würden kreuz und quer  durcheinander von ihren Erlebnissen berichten. Den Christbaum würde er später fertig schmücken. Und morgen, wenn er gemeinsam mit seiner Familie das Weihnachtsfest feiern würde, würde seine Kugel wie immer am Baum hängen. Ganz vorne.




Mittwoch, 28. Oktober 2020

Die Geschichte von den zehn Lahmen

Zehn Lahme liegen auf ihren Bahren vor dem Tempel und der große Meister kommt.

So sagt er zum ersten Lahmen: „Stehe auf, nimm deine Bahre und gehe heim, du bist geheilt.“

Der steht auf, nimmt seine Bahre, und geht heim.

So macht der Meister das mit jedem einzelnen, und die stehen der Reihe nach auf und gehen heim.

Er kommt zum letzten, der jedoch bleibt liegen.

"Meister", sagt er, "ganz schwieriger Fall bei mir. Schon beim Spezialisten gewesen. Nichts zu machen."

Doch der Meister ist milde. Er versucht es nochmal. Doch der Lahme ist nicht zu bewegen.

„Meister, du verstehst mich nicht. Attest vom führenden Spezialisten, Röntgenbilder, Computer-Tomographie...!"

Der Meister gibt auf und geht weiter seines Weges.

Am Abend wird der Lahme nach Hause getragen, wo er die Geschichte seiner Frau erzählt:

„Stell dir vor Liebes... alle neun vor mir sind auf den reingefallen. Nur ich nicht nicht!"

💥

Hmm... vielleicht sollten wir ja doch einmal unser Überzeugungen und Glaubenssätze überdenken... 😏



Montag, 5. Oktober 2020

Herz-Meditation

💗

Schließe deine Augen…

und atme tief ein…

und aus…

und nochmal…

ein…

und aus.

Wende deine Aufmerksamkeit deinem Atem zu…

und beobachte…

wie du dich mit jedem Atemzug mehr…

und mehr entspannst.

Komm ganz in dir selber an.

Zieh deine Aufmerksamkeit von der äußeren Welt ab…

sei völlig bei dir selbst.

Spüre deinen Körper…

deinen Atem…

der gleichmäßig ein- und ausströmt.

Alle Gedanken, die dich noch beschäftigen...

magst du einfach ausatmen.

Atme dich frei…

und leer.

💗 

Lege nun eine Hand auf dein Herz…

und wende dich mit deiner Achtsamkeit deinem Herzen zu…

spüre den Rhythmus deines Herzschlags…

und sei dir der Lebenskraft gewahr…

die von deinem Herzen ausgeht.

Fühle die Energie deines Herzens…

und lasse dich fallen…

in die unerschöpfliche Quelle…

von Liebe...

Mitgefühl...

und tiefem Frieden.


💗

Achte nun auf deinen Atem.

Beobachte…

wie er langsamer…

und langsamer wird.

Sei dir jedes Atemzugs vollkommen bewusst.

Genieße das langsame…

bedächtige Einatmen…

und das entspannende…

und beruhigende Loslassen…

beim Ausatmen.

 

Und je langsamer dein Atem wird…

desto tiefer spürst du deine Entspannung…

und deinen inneren Frieden.

Mit jedem deiner langsamen…

bewussten Atemzüge…

atmest du das unumstößliche Wissen ein…

dass dir nichts widerfahren kann…

dem du nicht auf irgendeiner Ebene deines Seins...

deine Zustimmung gegeben hast.

Du bist in Sicherheit…

und Freiheit.

 

Lass den Atem nun durch dein Herz fließen.

Atme langsam…

ganz langsam…

durch dein Herz ein…

und ebenso langsam…

durch dein Herz wieder aus.


Vielleicht magst du dir dein Herz als eine Quelle vorstellen…

die unerschöpflich reines, klares Licht ausströmt…

und sei dir der Liebe…

der Wärme…

und des Mitgefühls gewahr…

die in diesem Licht…

wellenartig aus deinem Herzen fluten.

💗 

Erlaube dir nun…

Dankbarkeit zu empfinden.

Tiefe, reine Dankbarkeit.

Dankbarkeit für dein wundervolles Leben…

das du nach deinen Vorstellungen gestalten darfst.

Dankbarkeit für den Segen…

der in jedem Augenblick deines Lebens…

auf dich herab …

und durch dich hindurch strömt…

und der dir so vertraut ist…

dass du dir seiner nicht mehr bewusst bist…

ihn nicht mehr beachtest.

Dankbarkeit für alle Erfahrungen…

die auf deinem Weg auf dich warten…

und für alle…

die du bereits machen durftest…

egal, wie du sie zum Zeitpunkt …

zu dem sie erfolgten…

beurteilt hast…

und ob sie dir…

gut oder schlecht erschienen.

Empfinde tiefe Dankbarkeit…

für alle Menschen…

die deine Wirklichkeit bevölkern…

egal ob sie dir als Freunde oder Feinde erscheinen.

Sei zutiefst dankbar…

für dein einzigartiges…

wundervolles Selbst,

und sei dankbar für jeden Augenblick…

in dem es dir gelingt…

die bestmögliche Version deiner Selbst zum Ausdruck zu bringen.

 

Lass niemals endende Dankbarkeit aus deinem Herzen strömen…

Dankbarkeit…

für alles was ist…

und die Freude in deinem Leben…

wird niemals ein Ende finden.

 

Möge der Brunnen deiner Dankbarkeit nie versiegen

Und möge dein Herz immerzu mit Freude erfüllt sein.

 💗

Komm mit deiner Aufmerksamkeit und wieder zurück…

zu deinem Körper…

finde wieder zu Klarheit…

und Wachheit zurück.

Bewege dich…

dehne dich…

strecke dich…

mach einen tiefen Atemzug…

und öffne ganz in deinem Tempo…

wieder deine Augen.


  💗