Mittwoch, 19. Februar 2014

Die Schuldigen und die Opfer

Schuld ist eine Illusion, die wir uns selbst geschaffen haben, um andere kontrollieren und unter Druck setzen zu können. Jemandem die Schuld zuzuweisen bedeutet, ihn herabzuwürdigen, ihn als minderwertiger zu betrachten als sich selbst, und ihm dieses Gefühl der Minderwertigkeit auch zu vermitteln. Schließlich ist er ja dafür verantwortlich, dass wir uns schlecht fühlen, dass wir uns ärgern, dass wir wütend, traurig oder verletzt sind, oder nicht? Die Schuld für die eigenen Gefühle in jemand anderem zu suchen, basiert immer auf der Grundlage: "Ich habe Erwartungen an dich, die du nicht erfüllst!" Schuldzuweisungen sind daher immer ein Ablehnen der eigenen Verantwortlichkeit. Wer bereit ist, die Verantwortung für seine Gefühle und sein Erleben zu übernehmen, hat keinen Grund mehr, jemand anderen für die eigene Befindlichkeit verantwortlich zu machen und ihm die Schuld daran zu geben.


Schuldzuweisungen beginnen keineswegs immer mit den Worten: "Du bist schuld.....", sondern verkleiden sich viel häufiger in Sätze wie:
"Schade, ich hatte mich so darauf gefreut!"
"Das hätte ich nie von dir erwartet!"
"Ich fühle mich hier in dieser Runde einfach nicht wohl, weil.......!"
"Nur wenn du glücklich bist, bin ich es auch!"
"Du machst mich krank!"
"Ich bin sehr enttäuscht von dir!"
"Wenn du ein echter Freund wärst, würdest du das für mich tun!"
"Wenn ich mal jemanden brauche, ist keiner da!"

Damit macht man den anderen zum "Sündenbock" und sich selbst zum hilflosen Opfer. Im Klartext bedeutet das, dass jemand anderer etwas tun müsste, um das eigene Leben und Erleben aufzuwerten. Damit gibt man Macht ab und begibt sich in die Abhängigkeit. Schuldgefühle auf der einen und Hilflosigkeit auf der anderen Seite sind keine guten Wegbegleiter, wenn man ein selbstbestimmtes, glückliches Leben führen möchte.

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