Wer kennt ihn nicht, diesen Satz: „Da musst du noch an dir arbeiten.“
Dahinter steckt oft nichts anderes als die Botschaft: „So, wie du jetzt bist, bist du nicht gut genug.“
Solche Überzeugungen übernehmen wir schneller,
als uns lieb ist. Irgendwann wird daraus ein inneres Echo: „Da muss ich noch an mir arbeiten.“
Plötzlich betrachten wir uns selbst wie ein
unfertiges Werkstück – fehlerhaft, zu verbessern, zu korrigieren, zu reparieren.
Wir glauben, nicht genug zu sein.
Diese Überzeugung erzeugt Druck. Denn jedes „Müssen“ trägt einen inneren
Widerstand in sich: den Zwang, ein Ziel zu erreichen, sich zu verändern, etwas
zu leisten.
Doch stellen wir uns einmal vor:
Wenn wir keine Erinnerung an unsere Vergangenheit hätten – wer wären wir dann?
Würden wir auch dann glauben, an uns arbeiten zu müssen?
Oder wären wir einfach wir selbst – in
schöner, göttlicher Vollkommenheit?
Nicht perfekt, vielleicht. Aber vollständig.
Gut genug für dieses Leben. Und das genügt.
Forscher gehen davon aus, dass etwa 95 Prozent
dessen, was wir über uns und die Welt glauben, vor unserem siebten Lebensjahr
programmiert wurde – und rund 70 Prozent davon sind destruktiv.
Das heißt: 70 Prozent unseres Lebens verbringen wir mit Zweifeln, Selbstkritik
und Schuldgefühlen, statt heiter, glücklich und barfuß durchs Leben zu tanzen.
Was wären wir ohne den Gedanken „Ich bin nicht gut genug“?
Was wäre, wenn wir aufhörten, zu glauben, was man uns beigebracht hat?
Vielleicht sollten wir weniger an uns arbeiten – und stattdessen mehr mit Bewusstseinszuständen spielen.
Vielleicht sollten wir den Satz „Ich muss an
mir arbeiten“ ersetzen durch:
„Wer möchte ich heute sein?“
Vielleicht hatte ich heute einen schlechten
Tag.
Vielleicht haben meine Gedanken mich in die Rolle eines hilflosen Opfers
katapultiert.
Vielleicht haben meine Urteile und Interpretationen genau jene Überzeugung in
mir genährt, dass ich falsch bin.
Aber wer möchte ich stattdessen sein?
Vielleicht ein Mensch voller Güte.
Voller Dankbarkeit, Achtsamkeit, Liebe und Respekt – mir selbst gegenüber, und
allen anderen.
Nicht das endlose Reparieren bringt uns
Erfüllung –
sondern die bewusste Wahl eines Zustands, in dem wir uns wohlfühlen.
Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu erleben.
„Ich bin
nicht gut genug“ ist nur ein Gedanke unter vielen.
Ebenso wie: „Ich darf ich selbst sein – in
meiner besten Version.“
Am Ende geht es nicht darum, sich als
Baustelle zu betrachten –
sondern als wertvolles, vollständiges Wesen.
Bereit, das eigene Leben in Fülle und Freude zu leben.
Danke ⚘️
AntwortenLöschenwie wahr aber sooo tief verankert. Das ist ein Lebensweg. Danke fürs erinnern. FK
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