Montag, 29. November 2010

Hühnersuppe für die Seele

"Der umarmende Richter"

Don´t bug me! Hug me! (Autoaufkleber)
Lee Shapiro ist Richter im Ruhestand. Er ist auch einer der am meisten wirklich liebenden Menschen, die wir kennen.
An einem Punkt in seiner Karriere erkannte Lee, dass Liebe die größte Macht ist, die es gibt. In der Folge wurde Lee ein Umarmer. Er fing an, jedem eine Umarmung anzubieten. Seine Kollegen tauften ihn "den umarmenden Richter" (im Gegensatz zum "hängenden Richter", wie wir vermuten.) Der Aufkleber an seinem Auto lautet: "Geh mir nicht auf die Nerven! Nimm mich in den Arm!"
Ungefähr vor sechs Jahren erfand Lee, was er seinen "Herz-Beutel" nannte. Auf der Außenseite steht: "Ein Herz für eine Umarmung." Innen enthält er dreißig kleine rote, bestickte Herzen mit Klebefilm auf der Rückseite. Lee nimmt seinen Herz-Beutel, geht unter Menschen und bietet ihnen ein kleines rotes Herz im Tausch für eine Umarmung an.
Lee ist deswegen so bekannt geworden, dass er oft zu Konferenzen und Versammlungen eingeladen wird, wo er seine Botschaft der bedingungslosen Liebe vermittelt. Bei einer Konferenz in San Francisco forderte ihn der lokale Nachrichtensender heraus: "Es ist leicht, hier in der Konferenz Leute in den Arm zu nehmen, die selbst gewählt haben, hier zu sein. Aber in der wirklichen Welt funktioniert das nie,"
Sie forderten Lee auf, auf den Straßen von San Francisco Umarmungen anzubieten. Gefolgt von einem Fernsehteam des lokalen Nachrichtensenders, ging Lee auf die Straße. Zuerst näherte er sich einer vorbeigehenden Frau. "Hallo, ich bin Lee Shapiro, der umarmende Richter. Ich gebe diese Herzen im Tausch für eine Umarmung." "Klar", erwiderte sie. "Zu einfach", wandte der lokale Kommentator ein. Lee sah sich um. Er sah eine Politesse, die es mit dem Besitzer eines BMW nicht leicht hatte, dem sie einen Strafzettel gab. Er marschierte auf sie zu, das Kamerateam im Schlepptau, und sagte: "Sie sehen aus, als ob Sie eine Umarmung gebrauchen könnten. Ich bin der umarmende Richter, und biete Ihnen eine an." Sie akzeptierte sie.
Der Fernsehkommentator forderte ihn eine letztes Mal auf: "Sehen Sie, da kommt ein Bus. Busfahrer aus San Francisco sind die härtesten, griesgrämigsten, gemeinsten Leute in der ganzen Stadt. Lassen Sie uns sehen, ob Sie ihn dazu kriegen, Sie in den Arm zu nehmen." Lee nahm die Herausforderung an.
Als der Bus an die Bordkante fuhr, sage Lee: "Hallo, ich bin Lee Shapiro, der umarmende Richter. Dies muss einer der anstrengendsten Jobs in der ganzen Welt sein. Ich biete Leuten Umarmungen an, um die Bürde etwas zu erleichtern. Möchten Sie eine?" Der 1,90 Meter große, 104 Kilo schwere Busfahrer kam von seinem Sitz herunter, trat heraus und sagte: "Warum nicht?"
Lee nahm ihn in den Arm, gab ihm ein Herz und winkte zum Abschied, als der Bus abfuhr. Das Fernsehteam war sprachlos. Schließlich sagte der Kommentator: "Ich muss zugeben, ich bin sehr beeindruckt."
Eines Tages erschien Lees Freundin Nancy Johnston vor seiner Tür. Nancy ist ein professioneller Clown, und sie trug ihr Clownkostüm mit Schminke und allem. "Lee, nimm dir ein paar von deinen Herz-Beuteln, und lass uns zum Behindertenheim gehen."
Als sie in dem Heim ankamen, fingen sie an, Ballonhüte, Herzen und Umarmungen an die Patienten zu verteilen. Lee fühlte sich unbehaglich. Er hatte noch nie zuvor Leute umarmt, die unheilbar krank, schwer zurückgeblieben oder Tetraplegiker waren. Es war eine ziemliche Anstrengung. Aber nach einer Weile wurde es einfacher für Nancy und Lee, die inzwischen ein Gefolge von Ärzten, Schwestern und Pfleger hatten, die ihnen von Station zu Station folgten.
Nach etlichen Stunden erreichten sie die letzte Station. Dies waren 34 der schwerste Fälle, die Lee in seinem Leben gesehen hatte. Das Gefühl war so bitter, dass es ihm den Mut nahm.
Aber aus ihrer Verpflichtung heraus, ihre Liebe zu teilen und etwas zu verändern, fingen Nancy und Lee an, sich durch den Raum zu arbeiten, das medizinische Personal im Gefolge, von dem jeder inzwischen ein Herz an seinem Kragen und eine Ballonhut auf dem Kopf hatte.
Schließlich kam Lee zu dem letzten Patienten, Leonhard. Leonhard trug ein großes weißes Lätzchen, auf das er sabberte. Lee sah Leonhard an, der auf sein Lätzchen tropfte, und sagte: "Lass uns gehen Nancy, es gibt keine Möglichkeit, zu diesem Menschen durchzudringen." Nancy erwiderte: "Komm schon, Lee, er ist auch ein Mitmensch, oder nicht?" Dann setzte sie einen lustigen Ballonhut auf seinen Kopf. Lee nahm eines seiner kleinen roten Herzen und setzte es auf Leonhards Lätzchen. Er holte tief Atem, beugte sich hinunter und nahm Leonard in den Arm.
Plötzlich begann Leonhard zu kreischen: "Iiiiihh! Iiiiihh!" Einige der anderen Patienten im Raum begannen, mit Gegenständen zu klappern. Lee wandte sich um eine Art Erklärung and das Personal und konnte nur feststellen, dass alle Ärzte, Schwestern und Pfleger weinten. Lee fragte die Oberschwester: "Was geht hier vor?"
Lee wird nie vergessen, was sie sagte: "Dies ist das erste Mal in 23 Jahren, dass wir Leonhard haben lächeln sehen."
Wie einfach ist es, im Leben anderer etwas zu verändern.
Jack Canfield und Mark V. Hansen"

Quelle: Jack Canfield, Mark Victor Hansen: Hühnersuppe für die Seele, Geschichten, die das Herz erwärmen, Arkana/Goldmann

Sonntag, 7. November 2010

Das sind unsere Hunde

HOROSKOP VOM SKORPION-HUND   
 vom 23.10. - 22.11.

Sein Anliegen ist die Vollkommenheit. Wenn es je einem Hund gelingen sollte perfekt zu sein, ist es bestimmt ein Skorpion. Auffallend sind auch sein Machthunger und sein zäher Wille. Wenn er sich in das bequemste Sofa in der Wohnung verliebt, werden Sie wohl oder übel für immer darauf verzichten müssen. Dem Skorpion-Hund ist nämlich jedes Mittel recht, um sein Ziel zu erreichen, und sei es eine gestörte Verdauung.
Seine Familie liebt er abgöttisch. Seine Eifersucht ist schlimmer als die von Othello. Das Zusammenleben mit ihm wird nicht gerade ein Gral des Friedens, aber das wollen Sie ja sowieso nicht.
Das genießt er: Das Gefühl, Sie ganz für sich allein zu haben. Helfen Sie ihm, über seinen Schatten zu springen, wenn er nachtragend ist. Machen Sie den ersten Schritt zur Versöhnung, er wird Sie mit Treue und Liebe dafür belohnen.



DER WIDDER-HUND    
vom 21. MÄRZ - 20. APRIL

Der Widder-Hund ist temperamentvoll und selbstsicher, geradlinig und mutig. Manchmal ist er dickköpfig, besitzt aber auch einen unkomplizierten Charme und viel Humor. Oft wirkt er spannungsgeladen und kann überreagieren. Er verbellt z.B. Vorübergehende oder will bei seinen Artgenossen besonders mutig sein. 
Das Gefühlsleben des Wider-Hundes ist stark ausgeprägt: freundschaftliche Empfindungen übertreibt er ebenso, wie Aggressionen. Er ist alles, nur kein bequemes Haustier.Wenn Sie Abwechslung, Aktivitäten und Emotionen lieben und außerdem noch zu Übergewicht neigen - dann ist der Widder-Hund geradezu ideal für Sie.

Das genießt er: Wenn er Sie spazieren führen darf, viel Auslauf, wilde Spiele, spontanes Fortgehen, keine festgefahrenen Regeln. Besänftigende Streicheleinheiten beruhigen sein hitziges Temperament besser als mahnende Worte.


Mittwoch, 13. Oktober 2010

Wieder mal Pablo und Sam...

Sommertag (Lesprobe)


Ich liebe diese heißen Sommertage, wo einem die Sonne fast das Fell verbrennt. Da könnte ich stundenlang auf der Gartenliege vor mich hin braten. Heute ist es so heiß, dass sogar die Fliegen einen Bogen um mich machen, weil sich keine von ihnen die Füße an meinem Fell verbrennen möchte.

Sam liegt im Schatten und schnarcht schauerlich. Und Janosch steht für seine Begriffe sehr unauffällig in einer Ecke des Gartens und buddelt ein riesiges Loch in die Erde. Dass die Zweibeiner das gut finden werden, glaube ich ja nicht. Aber das ist nicht meine Sache. Ich schließe die Augen.

Diese herrliche Ruhe ist jedoch etwas, das bei uns immer nur ganz kurz anhält. „Janosch!!“ Ich schrecke hoch, als der Zweibeiner plötzlich durch den Garten brüllt. „Janosch, lass das!“ Aber Janosch bemerkt nicht, dass der Zweibeiner verärgert ist. Er bemerkt das nie. Er wendet uns sein erdverschmiertes Gesicht zu, und als er den Zweibeiner erblickt stößt er einen Freudenschrei aus und stürmt auf ihn zu, dass seine dreckigen Pfoten nur so durch die Luft wirbeln. Oh nein, er wird doch nicht……. !! Nein!! Um Himmels Willen, NEIN!! Aber Janosch ist nicht zu bremsen. Voller Begeisterung hüpft er am Zweibeiner hoch und hinterlässt schwarzbraune Pfotenabdrücke auf seinem Fell. „Janosch, du Ferkel, sieh dir nur meine Hose an!“ Der Zweibeiner schiebt Janosch weg und versucht die Pfotenabdrücke abzuwischen. Naja, glücklicherweise haben die Zweibeiner andere Felle als unsereins. Sie sind glatt und ohne Haare, und sie können sie einfach wechseln. Am Abend ziehen sie sie aus und am Morgen ziehen sie ein neues an. Und sie haben unglaublich viele davon. In allen möglichen Farben. Manche von ihnen haben sogar ein eigenes Fell, das sie nur zum Schlafen anziehen. Hans hat furchtbar gelacht, als ich ihn einmal gefragt habe, ob seine Zweibeiner auch so viele Felle haben. „Pablo“, japste er, „das sind doch keine Felle, das ist Kleidung!“ Na und? Kenn ich mich mit Kleidung aus? Für mich ist alles, was einer am Körper trägt, ein Fell. So einfach ist das.

Nun, wegen seines schmutzigen Fells beruhigt sich der Zweibeiner rasch. Aber die Löcher im Garten beschäftigen ihn schon noch ein Weilchen. Also hält er Janosch einen längeren Vortrag über das Graben im Garten, und Janosch sitzt mit unschuldig-artigem Gesichtsausdruck da und hört aufmerksam zu. Den Kopf neigt er einmal zur einen und dann zur anderen Seite, um zu zeigen, wie sehr ihn das alles interessiert. Aber ich glaube, in Wahrheit ist es ihm ziemlich egal. Und außerdem wissen wir ja alle, dass Zweibeiner ein ziemlich schlechtes Gedächtnis haben. In Windeseile haben sie alles, was man angestellt hat, wieder vergessen und keiner redet mehr davon.

Ich kenne den Vortrag vom „Nicht-graben-dürfen“ schon, und daher beschließe ich, ein wenig nach draußen zu gehen.

Zwischen den Bäumen sehe ich Hans herumschleichen. „Juhuu“, schreie ich, „bist du auf der Jagd?“ „Ruhig, Pablo! Schrei doch nicht so herum! Stell dir nur vor, ich wäre tatsächlich auf der Jagd gewesen.“ Hans sieht mich missbilligend an. „Die ganze Beute hättest du mir vertrieben mit diesem Geschrei!“ „Ja, aber wenn du gar nicht auf der Jagd bist, ist es doch egal“, stottere ich etwas verwirrt. „Das hast du aber nicht wissen können“, sagt Hans streng. Damit hat er allerdings recht. Das ist logisch. Es ist unglaublich, wie klug Hans ist.

„Bei uns zu Hause läuft gerade ein Vortrag“, erzähle ich. „Janosch hat ein tiefes Loch im Garten gegraben, und nun hört er gerade den Vortrag.“ „, Ach ja, den kenne ich“, winkt Hans gelangweilt ab. „Der geht immer gleich. Nichts Neues.“ Ich nicke zustimmend. Hans guckt mich nachdenklich an. „Ich möchte bloß wissen, ob sie selber eigentlich auch den Vortrag hören müssen, wenn sie mit ihren Schaufeln Löcher in die Erde graben.“ „Das ist etwas ganz anderes, Hans.“ Ich freue mich, dass ich endlich einmal etwas weiß, das Hans nicht weiß. „Sie graben irgendwelche kleinen Körner ein, und da wachsen dann Blumen, Käfer und Esssachen.“

Hans starrt mich ungläubig an. „Blumen, Käfer und Esssachen?? Das mit den Käfern will ich ja noch glauben. Aber Essen kann niemals aus der Erde wachsen.“ Und als ich ihn fest und unbeirrbar ansehe, fügt er noch hinzu: „Das ist eine alte Katzenregel!“ Ich lasse mich jedoch nicht verunsichern. „Katzenfutter wächst natürlich nicht aus der Erde, das wächst in Dosen. Aber Kühe, Zweibeiner und Pferde fressen auch Gras und Blätter!“ Und etwas zögernd – denn da bin ich mir nicht ganz sicher – füge ich noch hinzu: „Und ich glaube Erdbeeren!“ Hans starrt mich eine Weile misstrauisch an. Dann sagt er langsam: „Wenn man Erdbeeren essen könnte, dann wüsste ich das. Ich hätte es längst im Fernsehen gesehen!“ Das ist allerdings richtig. Hans sieht sehr viele Dinge im Fernsehen. Hmm… vielleicht stimmt das mit den Erdbeeren doch nicht. Hans merkt meine Unsicherheit sofort und grinst etwas schief. „Esssachen aus der Erde… Erdbeeren essen…! Alles Kindermärchen! Das nächste Mal erzählst du mir dann womöglich noch, dass die Erde rund ist.“

Wir sehen uns an und lachen. Genaugenommen kugeln wir uns vor Lachen. So einen Unsinn würde ich doch nie erzählen, das wissen wir beide. Die Erde rund! Hinunterrutschen würde man ja!


Wie es weitergeht???


Sonntag, 4. Juli 2010

So funktioniert Volkswirtschaft

Es ist Juli, eine kleine Stadt an der Riviera, Hauptsaison, aber es regnet, die Stadt ist leer. Alle haben Schulden und leben auf Kredit.
Zum Glück betritt ein reicher Russe eines der Hotels. Der Russe will ein Zimmer, legt 500 Euro auf den Tisch und geht, um sich das Zimmer anzusehen.
Der Hotelchef nimmt das Geld und rennt zum Metzger, um seine Schulden zu begleichen. Dieser nimmt die Banknote und rennt zum Schweinezüchter, um seine Schulden zu regulieren.
Dieser nimmt die 500 Euro und rennt zum Futterlieferanten, um seine Schulden zu reduzieren. Dieser nimmt das Geld und gibt es der Prostituierten, bei der er laufend auf Kredit zu Gange war. Die Prostituierte nimmt das Geld und rennt zum Hotelchef, um ihre Schulden für das Stundenzimmer zu regulieren.
Genau in diesem Moment kommt der Russe zurück, sagt, das Zimmer gefalle ihm nicht, nimmt seine 500 Euro zurück und verlässt die Stadt. Niemand hat etwas verdient, aber die ganze Stadt hat keine Schulden mehr und schaut plötzlich wieder völlig optimistisch in die Zukunft! :-)