Heute beginnt die Fastenzeit – und gleichzeitig auch der Ramadan.
Ein besonderer Moment.
Nicht als theologischer Fakt, sondern als Zeitqualität.
Die christliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch
und führt vierzig Tage bis Ostern.
Der Ramadan ist der Fastenmonat im Islam – eine Zeit von Enthaltsamkeit, Gebet,
innerer Reinigung und Bewusstwerdung.
Zwei große Traditionen.
Zwei Wege.
Und doch eine ähnliche Bewegung:
Weniger Außen.
Mehr Innen.
Weniger Konsum.
Mehr Bewusstsein.
Fasten ist nicht nur Nahrungsverzicht.
Es ist auch:
– innehalten
– prüfen
– loslassen
– neu ausrichten
Die theologische Seite ist für mich persönlich
nicht von Relevanz.
Doch die Energie dieses Zusammentreffens geht nicht an mir vorüber.
So habe ich für mich entschieden, diese
Zeitqualität für innere Klärung zu nutzen –
und alten Groll loszulassen.
„Ich will mich von altem Groll befreien.“
Das ist eine andere Art von Fasten.
Nicht Verzicht auf Nahrung,
sondern Verzicht auf innere Wiederholungen.
Groll ist selten laut.
Er sitzt wie feiner Staub in den Ecken.
Man bemerkt ihn nicht ständig –
aber er färbt unsere Reaktionen.
Es geht nicht darum, etwas wegzudrücken oder zu leugnen.
Es geht darum, weich und bewusst zu werden –
und mich nicht unbewusst vom Groll steuern zu lassen.
Die vom HeartMath-Institut entwickelte
Herzübung ist dafür gut geeignet,
weil sie nicht analysiert,
sondern reguliert.
Nicht: „Warum bin ich verletzt?“
Sondern: „Ich wähle jetzt Kohärenz.“
Sie ist ganz einfach:
1.
Wir legen eine Hand – und unsere Aufmerksamkeit – auf
den Herzbereich.
2.
Der Atem wird ruhig und gleichmäßig – fünf Sekunden
ein, fünf Sekunden aus. Wir lassen ihn durch unser Herzzentrum fließen.
3.
Wir rufen bewusst ein Gefühl wach, zum Beispiel:
Dankbarkeit
Wertschätzung
Liebe
Mitgefühl
Dadurch entsteht messbar ein kohärenter
Herzrhythmus.
Das Nervensystem beruhigt sich,
Stressmuster lösen sich leichter.
Vierzig Tage lang – dreimal täglich.
Und zum Abschluss ein Satz – immer derselbe:
„Heute reagiere ich aus Klarheit, nicht aus altem Groll.“
Wenn ich merke, dass Groll meine Reaktionen
beeinflusst:
„Das ist alter Staub. Ich muss ihn nicht weitertragen.“
Ein Atemzug ins Herz.
Weitergehen.
Abends ein kurzer Rückblick:
Habe ich irgendwo enger reagiert als nötig?
Ohne Urteil – nur als Wahrnehmung.
Dann wieder Herzatmung.
Und innerlich:
„Ich entlasse, was ich nicht mehr brauche.“
Mehr nicht.
Ich wünsche euch allen eine wunderschöne, klärende Fastenzeit.
Mögen Liebe, Dankbarkeit und Frieden unsere ständigen Wegbegleiter sein.
