Montag, 26. Oktober 2009

Pablo und Sam, Band 3 ist im Entstehen....

Hawawa

Ich mag es nicht besonders, allein zu sein. Irgendwie macht mich das nervös. Ich hab wieder mal nicht geringste Ahnung, wo sie alle sein könnten und ob sie jemals wiederkommen. Seit Stunden sind sie weg. Alle! Nicht einmal Pablo ist da. Der treibt sich irgendwo draußen herum. Da sitze ich nun vollkommen allein und bewache das Haus. Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll und so beginne ich lautstark einige traurige Lieder zu singen. Ich singe und singe und die Lieder werden immer trauriger.

„Um Himmels willen, warum jaulst du denn so, Sam??“ Plötzlich stehen sie mitten im Raum. Ich hab sie vor lauter Singen gar nicht kommen gehört. Und überhaupt! Was meinen sie mit jaulen? Na egal, Hauptsache sie sind wieder da. Ich springe auf, um sie zu begrüßen. Aber mitten im Sprung halte ich inne. Was in aller Welt ist DAS denn?? Sie sind nicht allein. Sie tragen etwas mit sich. Etwas winzigkleines Weißes. Sieht irgendwie aus wie ein Papiertaschentuch mit Ohren, riecht aber wie ein Hund. Da ist Vorsicht geboten und ich schleiche ein paar Schritt zurück. „Na, Sam“, sagt einer von ihnen munter, „was sagst du dazu? Nun hast du einen Spielgefährten.“ Und damit setzen sie das Ding zu Boden. „Sei vorsichtig, Sam. Es ist noch sehr klein.“ Woher kommt mir dieser Satz nur so bekannt vor? Lief das nicht ähnlich ab, als sie vor einiger Zeit Pablo ins Haus brachten? Nimmt das denn nie ein Ende? An Pablo habe ich mich gut gewöhnt. Wir sind ein feines Team. Aber was sollen wir nun mit DIESEM hier? Ich ziehe mich sicherheitshalber noch ein paar Schritte zurück und warte. Der Kleine wartet auch und wedelt eifrig mit dem Schwanz. Oh Gott, hat der riesige Ohren!

Nun, ich will mich ja freundlich zeigen, und so knurre ich so höflich wie möglich: „Hallo Papiertaschentuch!“

Das scheint dem kleinen Ungeheuer zu gefallen, denn es ruft mir hoher Stimme: „Hawawa Hawawa!“

Hawawa? Sollte das etwa Bellen sein?? Nein, das kann nicht sein. Vermutlich ist Hawawa sein Name und er wollte sich nur vorstellen.

„Blöder Name“, murmle ich und wende mich ab, um in den Garten zu gehen. Hawawa watschelt unverdrossen hinter mir her. Und wie könnte es anders sein - auch der ganze Haufen besorgter Zweibeiner. Ja, ja, schon gut. Ich tu ihm schon nichts.

Da erscheint Pablo. Er springt elegant über den Gartenzaun und schreitet mit federnden Schritten über die Wiese. Plötzlich erblickt er Hawawa und erstarrt mitten in der Bewegung. Es scheint ihm wie mir zu gehen. Er kann nicht glauben, was er da sieht. Langsam duckt er sich und pirscht in weitem Bogen an Hawawa vorbei Richtung Haus, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen. „Was ist DAS denn??“ zischt er mir im Vorüberpirschen zu. „Das ist Hawawa“, zische ich zurück. Pablo bleibt stehen. „Hawawa ist kein Name“, flüstert er und beobachtet das schwanzwedelnde kleine Ungeheuer kritisch. „Hawawa ist doch kein Name!“ wiederholt er stirnrunzelnd.

„Was meinst du damit?“ Das Papiertaschentuch sieht Pablo verständnislos an.


Weiter gehts bei....


                       

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen