Donnerstag, 11. September 2008

Neue Abenteuer von Pablo und Sam (Leseprobe)

„Sam!!“ Pablo sitzt plötzlich mit besorgtem Gesichtsausdruck vor mir. Ich war gerade dabei, einzuschlafen. Aber wann kann man in Pablos Gegenwart auch schon ruhig schlafen? „Sam, ich fürchte ich bin zu dick!“ Ich hebe den Kopf und blinzle ihn kurz an. „Ja, das bist du. Und noch dazu hast du auch eine komische Nase!“ Damit sinke ich wieder zu Boden und will weiterschlafen. Aber so einfach ist das nicht. „Sam, was soll ich denn nur tun?“ Pablo ignoriert einfach, dass ich schlafen möchte und ist lästig wie eine Meute Fliegen im Sommer. Ich seufze. „Gegen die Nase wird man nichts tun können, aber ansonsten würde ich dir vorschlagen: Friss einfach weniger!“ „Noch weniger?? Geht das überhaupt? Kann man das überleben?“ Pablos Stimme überschlägt sich richtig vor Entsetzen. „Krieg dich ein, Kleiner“, brumme ich, „mir brauchst du hier nicht den Halbverhungerten vorzuspielen! Wenn ich nur die Hälfte von dem fressen würde, was du frisst, würde ich aussehen wie eine Knackwurst!“ Pablo sieht mich verwundert an. „Aber du siehst doch aus wie eine Knackwurst, Sam!“

Ich schnappe nach Luft und setze dazu an, ihm gehörig meine Meinung zu sagen. Aber dann fällt mir ein, dass ich ja wirklich nicht der Schlankste bin, und so verzichte ich darauf und antworte nur friedlich: „Knackwürste haben eine ganz andere Farbe, Pablo.“

Da sitzt er nun und macht ein bekümmertes Gesicht und seine Nase sieht noch sonderbarer aus als sonst.

Er wäre jedoch nicht Pablo, wenn er nicht bald die Lösung seines Problems parat hätte. „Ich werde Hans fragen.“ Und damit huscht er zur offenen Terrassentür hinaus und weg ist er.

Nach einer Weile kehrt er wieder zurück. Selbstzufrieden, mit hoch erhobenem Kopf schreitet er zur Tür herein. Er wirft mir einen uninteressierten Blick zu und strebt zu seiner Futterschüssel. Eine Zeitlang warte ich, ob er was sagt, aber er frisst nur unaufhaltsam vor sich hin. Irgendwann halte ich es nicht mehr aus. „Na und?“, erkundige ich mich neugierig, „was hat Hans gesagt? Pablo frisst bedächtig noch einige Bissen, ehe er sich zu einer Antwort herablässt: „Hans sagt, Katzen müssen so viel fressen, sonst würden sie kläglich verhungern!“

Das halte ich zwar für ausgemachten Schwachsinn, aber ich will nun endlich wissen, was man gegen diese Knackwurstfigur tun kann. „Und was kann man tun, um ein wenig dünner zu werden?“, frage ich daher ungeduldig.

„Klettern, Sam! Da hilft nur Klettern! Und zwar auf Bäume!“ antwortet er lässig und frisst ungerührt weiter.

Nun ist der Kerl wohl vollkommen verrückt geworden. Wie soll ich denn auf Bäume klettern? Ich bin doch kein Eichhörnchen! Und er selber kann ja auch nicht klettern. Zumindest hab ich ihn noch niemals auf einem Baum gesehen.

„Pablo“, beginne ich vorsichtig, denn ich will ihm ja nicht sämtliche Illusionen auf einen Schlag rauben, „wir beide können nicht klettern. Wir sind keine Baumtiere, sondern wir sind Bodentiere!“

„DU bist ein Bodentier, Sam. Ich nicht! Ich bin eine Katze, und Hans sagt, Katzen können gut klettern.“

„Dich möchte ich ein einziges Mal auf einem Baum sehen. Ein einziges Mal nur “, brummle ich vor mich hin. Und damit gehe ich nach draußen und lasse den Angeber einfach stehen.

„Oh glaub mir, Sam, das wirst du“, säuselt er noch hinter mir her. Und dann ist er endlich still....


Willst du wissen, wie es weitergeht? Hier kannst du es erfahren.
Pablo und Sam

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